
Ebay trumpft dank Paypal mit starken Halbjahreszahlen
Die Internetauktionsplattform Ebay konnte im ersten Halbjahr 2010 bei Umsatz, Gewinn und Nutzerzahlen zulegen. Die Tochter Paypal überzeugt mit zweistelligen Zuwächsen. Dennoch blickt der Konzerns skeptisch in die Zukunft.
Thomas RehmRedakteurKonzerngewinn: plus 26 Prozent
"PayPal ist stark und wird immer stärker", sagte Firmenchef John Donahoe am Mittwoch im kalifornischen San Jose. Aber auch der Marktplatz selbst, lange Zeit das Sorgenkind im Unternehmen, legte prozentual zweistellig zu. Der Konzerngewinn verbesserte sich dadurch um 26 Prozent auf 412 Millionen Dollar (321 Millionen Euro).
Über das Jahr gesehen erwartet Ebay allerdings deutliche Einbußen durch den schwachen Euro und andere ausländische Währungen. Der Umsatz dürfte um rund 250 Millionen Dollar (194 Millionen Euro) gedrückt werden.
Die Währungsunterschiede würden sich einmalig auf die Geschäfte der meisten internationalen Unternehmen auswirken, sagte Bill Smead vom Ebay-Investor Smead Capital Management der Nachrichtenagentur Bloomberg. Ebay macht im internationalen Markt außerhalb der USA deutlich mehr Umsatz als andere große US-Internet-Firmen.
Nutzerzahlen von Ebay steigen
Die Anleger verziehen dem Management, dass es auf das Gesamtjahr gesehen schwächere Zahlen erwartet als bislang. Nachbörslich stieg der Kurs um mehr als drei Prozent. Wichtiger war die Botschaft, dass Ebay wieder attraktiv für die Nutzer ist. Deren Zahl stieg von 88,4 auf 91,8 Millionen.
Der Rivale Amazon hatte mit kräftig ausgebauten Angeboten Ebay lange Zeit die Kunden abspenstig gemacht. Amazon legt seine Quartalszahlen an diesem Donnerstag vor.
Festpreise und Neuwaren
Ebay arbeitet am Ausbau des weltgrößten Auktionshauses zu einer Handelsplattform mit mehr Festpreis-Angeboten, Profi-Verkäufern und Neuwaren. Deutschland ist für Konzernchef Donahoe dabei eine der Vorzeigeregionen, in der die Neuausrichtung schon ein gutes Stück gelungen ist.
Im Gesamtjahr erwartet Ebay noch ein Umsatzwachstum - Skype ausgeklammert - von 9 bis 11 Prozent. Der Gewinn soll bei 1,23 bis 1,28 Dollar je Aktie herauskommen. Bislang hatte sich der Konzern bis zu 1,34 Dollar zugetraut.
Das ist weniger als im Krisenjahr 2009. Hier hatte allerdings auch der 1,9 Milliarden Dollar schwere Verkauf von Skype die Kasse gefüllt. Ebay hatte den Internettelefonie-Dienst Mitte November mehrheitlich an eine Investorengruppe um den Internetpionier und Netscape-Gründer Marc Andreessen verkauft.

Redakteur
Thomas Rehm ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Der erfahrene Fachjournalist schrieb zuvor viele Jahre für Titel der dfv Mediengruppe, darunter das Konsumgüter- und Verpackungsportal packaging-360.com, und begleitet heute die Themen Handel, Konsumgüter und Digitalisierung.
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