eBay wächst und baut Stellen ab

eBay wächst und baut Stellen ab

Die eBay-Firmenfamilie vergrößert sich. Aber gleichzeitig wirft das Unternehmen 1.000 Mitarbeiter und hunderte Zeitarbeiter raus.

Thomas RehmThomas RehmRedakteur
3 Min.· Aktualisiert am
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Das Unternehmen erwirbt für rund 820 Millionen Dollar sowie weitere 125 Millionen Dollar in Optionen den amerikanischen Online-Bezahlservice "Bill Me Later". Zudem übernimmt eBay für etwa 390 Millionen Dollar die dänischen Online-Portale für Kleinanzeigen, dba.dk und bilbasen.dk, einen Anzeigenmarkt für Kraftfahrzeuge.

Zehn Prozent der Mitarbeiter müssen gehen

Zeitgleich kündigte eBay an, sich weltweit von etwa zehn Prozent seiner Mitarbeiter zu trennen. Das betrifft rund 1.000 Festangestellte sowie mehrere hundert Mitarbeiter mit befristeten Beschäftigungsverhältnissen. Außerdem reduziert das Unternehmen die Zahl seiner offenen Stellen.

„In Deutschland sollen rund acht Prozent der insgesamt rund 1250 Stellen gestrichen werden”, sagte ein Sprecher von eBay Deutschland gegenüber der Nachrichtenagentur . „Von dem Stellenabbau ist vor allem die Verwaltung, insbesondere das Marketing, betroffen. Der Kundenservice bleibt davon unberührt.” Die Verwaltung von eBay Deutschland ist in Dreilinden bei Berlin.

Der weltweite Abbau von Personal stehe in Zusammenhang mit einer Neuorganisation des Unternehmens, hieß es: eBay plane, interne Verwaltungsabläufe zu vereinfachen, um die einzelnen eBay-Marktplätze besser aufeinander abstimmen zu können und die Kostenstruktur zu verbessern.

Mit diesen Maßnahmen solle die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens gestärkt werden, sagte John Donahoe, Präsident und CEO von eBay Inc.: „So ein Schritt ist nie einfach. Aber die Neuorganisation wird unsere internen Verwaltungsabläufe vereinfachen und uns Investitionen in weiteren Wachstumsfeldern ermöglichen.”

Die Restrukturierungskosten schätzt der eBay-Chef auf  70 bis 80 Millionen Dollar vor Steuern, wobei die Kosten zum größten Teil im vierten Quartal 2008 anfallen werden.

Wettbewerbsfähigkeit verbessern

„Wir machen jetzt entscheidende Schritte, um unsere Führungsposition im E-Commerce und bei den Online-Bezahlsystemen zu behaupten, unsere Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern und damit die Weichen für langfristiges Wachstum zu stellen”, erläuterte John Donahoe. „Bill Me Later ist eine perfekte Ergänzung unserer bisherigen Unternehmensbereiche, insbesondere von PayPal.” Zusammen mit PayPal und Bill Me Later werde das Bezahlen im Internet sicherer, einfacher und bequemer, ist Donahoe überzeugt.

„Mit der Übernahme im Bereich Online-Kleinanzeigen sichern wir uns in einem weiteren europäischen Land die Marktführerschaft in diesem stark wachsenden Geschäftsfeld”, sagte Donahoe zur Strategie, die hinter dem Kauf der dänischen Portale steckt. „Wir sind globaler Marktführer im Online-Kleinanzeigenmarkt mit Spitzenpositionen in Kanada, Australien, Deutschland, Japan, dem Vereinigten Königreich und Plattformen in mehr als 1.000 Städten in 20 Ländern. Die Technologie und das Know-how, das wir uns durch die Übernahme von dba.dk und bilbasen.dk sichern, ergänzt unser Portfolio in diesem Bereich hervorragend.”

Kampf gegen sinkende Wachstumsraten

Das Unternehmen kämpfte zuletzt mit sinkenden Wachstumsraten sowie einem langsameren Gewinnwachstum: In dem Ende September abgelaufenen dritten Quartal habe eBay beim Umsatz das untere Ende der im Juli abgegebenen Prognosespanne erreicht.

Dem Konzern kommen zunehmend Wettbewerber wie der Internet-Einzelhändler Amazon.com ins Gehege. Im Gegenzug macht eBay immer mehr Geschäft als gewöhnliche Handelsplattform mit Verkäufen ohne Versteigerung. Neben den Online-Marktplätzen gehören das elektronische Bezahlsystem PayPal und der Internettelefonie-Dienst Skype zu eBay.

Deutschland ist für eBay gemessen am Umsatz der zweitgrößte Markt. Absolute Größen gibt der Konzern nicht heraus.

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Thomas Rehm
Geschrieben vonThomas Rehm

Redakteur

Thomas Rehm ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Der erfahrene Fachjournalist schrieb zuvor viele Jahre für Titel der dfv Mediengruppe, darunter das Konsumgüter- und Verpackungsportal packaging-360.com, und begleitet heute die Themen Handel, Konsumgüter und Digitalisierung.

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