
Ebay wird Heuschrecke
Das Auktionshaus Ebay will die Wirtschafts- und Finanzkrise nutzen, um Kleinanzeigenportale zu kaufen. Das Online-Auktionshaus eBay will seine Aktivitäten.
Björn BöerChefredakteurAngesichts der schwächelndenWirtschaft und der Finanzkrise seien private Unternehmen niedrig bewertet. Damit biete sich eine günstige Gelegenheit, etablierte Kleinanzeigenportale zu übernehmen, statt selbst eigene Dienste aufzubauen.
eBay fokussiere sich vornehmlich auf Unternehmen, deren Angebote eine führende Rolle in Regionen oder Branchen spielten, in denen eBay bisher nicht vertreten sei, sagte Aqraou. Der Fokus liege dabei auf Skandinavien und Osteuropa. Bereits in den kommenden Wochen könnten erste Übernahmen mitgeteilt werden. Im August hatte eBay bereits Übernahmeverhandlungen mit der koreanischen E-Commerce-Plattform Gmarket bekannt gegeben.
Belebende Impulse durch Kleinanzeigen
Vom dem Engagement im Kleinanzeigengeschäft erhofft sich der Internetriese belebende Impulse, da das Kerngeschäft der Internet-Auktionen trotz hoher Wachstumsraten zuletzt nur noch wenig Begeisterung an der Wall Street auslösen konnte. Die eBay-Aktie hat entsprechend in diesem Jahr bereits einiges an Wert eingebüßt. Kleine Händler und Privatanbieter wenden sich zudem mitterlweile auch anderen Plattformen im Web wie etwa Kleinanzeigenportalen zu.
Das Online-Auktionshaus hat bereits 25 Prozent der Anteile am größten amerikanischen Kleinanzeigenportal Craigslist. Im vergangenen Jahr ging eBay in den USA mit den Anzeigenportal Kijiji ins Netz, mit dem es zuvor schon in Deutschland und weiterem Ländern aktiv war. Darüber hinaus gehören die deutsche Plattform mobile.de und der niederländische Marktplaats zum eBay-Konzern.

Chefredakteur
Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.
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