
Einzelhandel mit schwachem Juni
Es gibt schon Ökonomen, die bezweifeln schon den angeblichen Wirtschaftsaufschwung in Deutschland. Grund dafür sind die vergleichsweise bescheidenen Umsätze des Einzelhandels im Juni (aktualisiert).
David WöllensteinRedakteurWeniger Verkaufstage
Im Einzelhandel mit Nicht-Lebensmitteln lagen die Umsätze nominal und real unter den Werten des Vorjahresmonats (nominal minus 2, real minus 2,9 Prozent).
Von Januar bis Juni 2013 wurde im deutschen Einzelhandel nominal 1,3 Prozent mehr und real 0,1 Prozent weniger als im ersten Halbjahr 2012 umgesetzt.
Die Statistiker betonten jedoch, dass der Juni mit 25 Verkaufstagen einen weniger hatte als der Juni des Vorjahres. Der Absturz im Juni enttäuschte dennoch. Ökonom Christian Schulz von der Berenberg Bank sieht nun ein Fragezeichen hinter dem erhofften Wirtschaftswachstum im zweiten Quartal.
HDE bleibt gelassen
Für den Handelsverband Deutschland (HDE) sind die mauen Junizahlen nicht beunruhigend. "Wir
haben für das Gesamtjahr ein Plus von nominal 1 Prozent vorhergesagt und liegen voll im Plan. Die Zukunft sieht nicht finster aus", sagte HDE-Sprecher Stefan Hertel.
Für den Ökonomen Schulz stehen die Zahlen im Widerspruch zum Konsumklima, das im Juli auf ein Sechs-Jahres-Hoch geklettert ist. Zudem seien Arbeitslosigkeit und Inflation weiterhin
niedrig, während Löhne und Gehälter steigen, betonte Schulz. Im Herbst dürften die Haushalte deshalb wieder mehr Geld ausgeben.

Redakteur
David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.
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