
Esprit kommt nicht aus den roten Zahlen heraus
Esprit muss im abgelaufenen Geschäftsjahr einen zweistelligen Umsatzrückgang verbuchen. Trotzdem gibt sich der Chef des Textilkonzerns optimistisch.
David WöllensteinRedakteurWettbewerbsfähigkeit wiederherstellen
"In einem schwierigen Jahr haben wir Schritt für Schritt die ersten Weichen für unser ehrgeiziges Ziel gestellt, unsere Wettbewerbsfähigkeit wiederzuerlangen", erklärte Martinez, der vor einem Jahr an die Esprit-Spitze rückte. Er kam vom großen spanischen Konkurrenten Inditex, zudem unter anderem die Modekette Zara gehört.
Bei Esprit sollen die internen Prozesse effizienter werden, der Konzern will auf Modetrends rascher reagieren. Der eingeschlagene Kurs sei richtig, wie bereits die zweite Hälfte des abgelaufenen Geschäftsjahres gezeigt habe, betonte Martinez. So flachte der Umsatzrückgang der fortgeführten konzerneigenen Läden in der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres ab.
2012/2013 insgesamt schrumpfte der Konzernumsatz kräftig um 14 Prozent auf 25,9 Milliarden Hongkong-Dollar (gut 2,5 Milliarden Euro). Dabei spielten auch der Rückzug aus Nordamerika und die Schließung von unrentablen Läden eine Rolle. Der Modekonzern betrieb Ende Juni 2013 weltweit gut 1.000 eigene Läden. Im abgelaufenen Geschäftsjahr standen dabei 107 Neueröffnungen 149 Ladenschließungen gegenüber.
Große Baustelle
Esprit-Produkte waren Ende Juni 2013 außerdem in rund 9.250 Shops von Handelspartnern erhältlich. Das sind weltweit fast 1.600 Shops von Handelspartner weniger als noch ein Jahr zuvor. Die Zahl der Vollzeitarbeitsplätze von Esprit sank von 12.400 auf 10.700.
Esprit ist bereits seit einigen Jahren eine große Baustelle: Im September 2011 wurden Gesamtinvestitionen von mehr als 18 Milliarden Hongkong-Dollar (damals 1,7 Milliarden Euro) in die Marke und das Modeunternehmen über einen Zeitraum von vier Jahren angekündigt.
Hintergrund war ein Gewinneinbruch 2010/11. Damals war der Konzerngewinn um 98 Prozent auf 79 Millionen Hongkong-Dollar eingebrochen. 2011/12 stieg der Konzerngewinn zwar wieder auf 873 Millionen Hongkong-Dollar an, der Umsatz ging jedoch schon damals zweistellig um fast elf Prozent deutlich zurück.

Redakteur
David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.
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