
Europa bei Onlinekauf gespalten
Verbraucherfreundliche Gesetze, schnelle Internetzugänge: Deutschland liegt beim Onlineshopping im Europavergleich auf Platz Vier.
Das Angebot im Netz übertreffe laut Scheer jedes Kaufhaus. Die Internet-Shops haben rund um die Uhr geöffnet, und Preise könnten mit wenig Aufwand verglichen werden. Außerdem gelten seiner Meinung nach in Deutschland sehr verbraucherfreundliche Gesetze für den Umtausch der bestellten Waren: Sie könnten innerhalb von 14 Tagen ohne Angabe von Gründen zurückgegeben werden.
Große regionale Unterschiede in Europa
Im EU-Vergleich fallen der Studie zufolge starke regionale Unterschiede auf. Der Einkauf im Internet ist vor allem in Nord- und Westeuropa populär: Mit 49 Prozent am größten ist der Anteil der Online-Shopper in Großbritannien. Es folgen Dänemark mit 47 und die Niederlande mit 43 Prozent.
Kaum eine Rolle spielt der private E-Commerce hingegen in den Ländern Süd- und Osteuropas: So lagen die Anteile der Online-Shopper in Griechenland und Portugal mit jeweils sechs Prozent sowie in Italien mit sieben und Spanien mit 13 Prozent deutlich unter dem EU-Durchschnitt. Schlusslichter sind Bulgarien mit zwei, Rumänien mit drei und Litauen mit vier Prozent.
In Deutschland wird der Einkauf im Internet besonders von Erwerbstätigen genutzt: Gut jeder Zweite (53 Prozent) in dieser Gruppe kaufte 2008 im Internet ein. "Vor allem Berufstätige wissen es zu schätzen, dass sie durch Online-Shopping Kaufhausbesuche und Zeit sparen können", so Scheer.
Internetanschluss entscheidend für Kaufbereitschaft
Ein deutlicher Zusammenhang besteht zudem zwischen der Art des Internet-Anschlusses und der Bereitschaft, im Internet einzukaufen. Wer in Deutschland über einen schnellen Internetzugang verfügt, nutzt den Interneteinkauf besonders häufig: Bei den Breitband-Nutzern beträgt die Quote der Online-Shopper 57 Prozent.
Zur Methodik
Das Ranking zur Verbreitung des Online-Shoppings in den einzelnen EU-Staaten basiert auf Daten der europäischen Statistikbehörde Eurostat. Als Online-Shopper gelten Personen, die in den vergangenen drei Monaten vor dem Erhebungszeitpunkt Waren oder Dienstleistungen über das Internet bestellt haben. Berücksichtigt sind Personen zwischen 16 und 74 Jahren.
Redakteurin
Sybille Roemer kennt als Redakteurin der afz – allgemeine fleischer zeitung die Herausforderungen der Digitalisierung in Metzgerei und Einzelhandel. Der Autorin der Fachbücher "Praxisführer E-Commerce" und "Erfolgsfaktor Online-Handel" und Dozentin an der Philipps-Universität Marburg ist wichtig, stets die Kundenperspektive im Blick zu haben: Digitalisierung sollte kein Selbstzweck sein, sondern Vorteile für alle Beteiligten bringen.
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