
Flaconi, Armedangels, Uber + Delivery Hero, DS-GVO, Konsumklima, Walmart, Ebay, Applovin + Gist, Loyalty-Programme, KI-Kompetenz
Das müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen. Einen erfolgreichen Tag wünscht Ihnen die Redaktion von etailment.de.
David WöllensteinRedakteurHANDEL NATIONAL
Flaconi eröffnet Flagship-Stores in München, Berlin, Frankfurt
Die Online-Parfümerie Flaconi plant drei neue Flagship-Stores in München, Berlin und Frankfurt, berichtet Chip.de. Der erste Standort öffne im vierten Quartal nahe dem Münchner Marienplatz, die übrigen folgten bis Mitte 2027. Geplant seien „Experience Hubs“ mit Themenflächen, Events und Masterclasses, in Berlin ergänzt um einen Friseur. Trotz wiederholter Verkaufsgerüchte sehe Mehrheitseigner ProSiebenSat.1 keinen Grund zur Eile: Das Geschäft laufe gut.
Armedangels launcht Online-Shop in den USA
Das Kölner Fair-Fashion-Label Armedangels launcht in den USA einen eigenen Online-Shop, berichtet Fashionnetwork.com. Der D2C-Handel sei aber nur der erste Schritt, später sollen Großhandel und stationäre Geschäfte folgen. CEO Martin Höfeler bezeichne die USA als einen anspruchsvollen Markt, in dem die Nachfrage nach besseren Produkten wachse, zugleich aber Verwirrung um Nachhaltigkeitsversprechen herrsche.
Uber und Doordash feilschen um Delivery Hero
Uber bietet 33 Euro je Aktie für eine Komplettübernahme von Delivery Hero, meldet Wiwo.de. Noch vor wenigen Tagen lehnte Uber eine Übernahme ab und sagte, man wolle „derzeit“ nicht mehr kaufen; nun liege die Offerte sogar unter dem Schlusskurs vom Freitag. Die Aktionäre allerdings verlangten mindestens 40 Euro, was den Berliner Lieferdienst mit knapp 13 Mrd. Euro bewerte. Uber erwäge, nachzulegen. Parallel verhandele aber auch Doordash, das es vor allem auf das Nahostgeschäft abgesehen habe. Die Aktie kletterte am Pfingstmontag, dem elften Gewinntag in Serie, auf 37,85 Euro.
Vom Sorgenkind zur Dauerlast: Die DS-GVO wird zehn
Zehn Jahre nach ihrem Start ist die Datenschutz-Grundverordnung in den Unternehmen fest verankert, der Aufwand wächst aber stetig, meldet der Bitkom. Hätten Anfang 2018 erst sieben Prozent die Vorgaben weitgehend umgesetzt, seien es 2024 schon 71 Prozent gewesen. Doch die Stimmung sinkt: 2025 bewerteten 97 Prozent den Aufwand als hoch, 44 Prozent sogar als sehr hoch. 2020 waren noch 40 Prozent der Meinung, Deutschland übertreibe den Datenschutz, inzwischen seien es 72 Prozent.
Das Konsumklima im DACH-Raum hat seinen monatelangen Sinkflug vorerst gestoppt und legt um 3,3 Punkte zu, meldet NielsenIQ.com. Getragen werde die Erholung von den Einkommenserwartungen, die nach ihrem Einbruch zu Beginn des Irankrieges um 11,4 Zähler auf minus 13,0 Punkte zurückschnellten. Auch nachlassende Inflationssorgen stützten die Stimmung, vermutlich dank gesenkter Energiesteuer auf Diesel und Benzin. Trotzdem bleibe die Anschaffungsneigung verhalten, und die Mehrheit rechne weiter mit schlechteren Zeiten.
HANDEL INTERNATIONAL
Wie KI-Berater „Sparky“ Walmarts Warenkörbe füllt
Walmart-CEO John Furner sieht den eigenen KI-Berater Sparky als Schlüssel zur „AI-Native“-Strategie des Konzerns, berichtet Digitalcommerce360.com. Die wöchentlich aktiven Nutzer des Einkaufsassistenten hätten sich im letzten Quartal verdoppelt, die Antwortqualität sei um 40 Prozent gestiegen. Wer Sparky nutze, lege einen rund 35 Prozent höheren Bestellwert in den Warenkorb als reguläre Shopper. Die Zahl der verkauften Einheiten über den Assistenten hätte sich seit dem Vorquartal mehr als vervierfacht.
Ebay verbucht in seinem „Impact Report 2025“ deutliche Fortschritte bei Kreislaufwirtschaft und gesellschaftlichem Engagement. Der Wiederverkauf habe 2025 einen wirtschaftlichen Effekt von 5,3 Mrd. Dollar erzielt und rechnerisch 1,6 Mio. Tonnen CO₂ vermieden. Mehr als 40 Prozent der Verkäufe stammten aus gebrauchten oder generalüberholten Artikeln. Zudem habe der Konzern 198 Mio. Dollar Spenden gesammelt und 1,8 Mio. Wildtier-Angebote blockiert.
Applovin baut sich mit „Gist“ sein eigenes Tiktok
Der Adtech-Konzern Applovin hat heimlich eine eigene Social-Media-App namens „Gist“ gestartet, berichtet Businessinsider.com. Nach dem geplatzten Tiktok-Kauf nehme der Werbespezialist seine Plattform-Ambitionen selbst in die Hand. Die App, zugänglich nur per Empfehlungscode, mische Elemente von Tiktok, Lemon8 und der chinesischen App Rednote – inklusive Foto-Karussells, KI-Otter-Videos und einem Klon von Flappy Bird. Der stille Start solle Nutzer und Inhalte sammeln, bevor Gist die Masse erreiche.
TRENDS & TECHNOLOGIE
Loyalty-Programme: Vertraut der Kunde dem KI-Agenten?
Agentic Commerce stellt die traditionellen Programme zur Kundenbindung auf eine ernste Probe: Was nützt die mühsam aufgebaute Loyalität zu Brand und Produkt, wenn ein Konsument der KI Suche, Vergleich, Priorisierung und am Ende auch den Kauf überlässt? Doch Experten sind sich uneins, ob der letzte Schritt wirklich so leicht getan wird. Denn blind vertrauen wollen die Menschen der maschinellen Intelligenz offenbar noch nicht. Hier der Beitrag auf Etailment.de.
Menschen vertrauen KI-Antworten oft mehr als denen anderer Menschen und überschätzen dabei systematisch deren Kompetenz, berichtet T3N.de. Eine Studie der University of Waterloo und des University College London habe gezeigt, dass der Effekt selbst bei identischem Verhalten auftrete. Während Menschen beim Ratgeben signalisierten, wie sicher sie sich seien, antworteten KI-Systeme stets zügig – was als kompetent empfunden würde –, aber schwiegen über ihre Unsicherheit. Dies führe zum riskanten Effekt des „Überverlassens“ auf die Künstliche Intelligenz.
Vom Pilotprojekt in die Sackgasse: KI in Deutschlands Konzernen
Deutsche Großunternehmen haben KI fest in ihren Plänen verankert, doch auf dem Weg in den Arbeitsalltag verliert die Technik massiv an Schwung, zitiert Heise.de eine Studie des IT-Beraters Zoi. Zwar erprobten 76 Prozent der Konzerne KI-Agenten, in Kernprozessen ankommen würden aber nur 19 Prozent. Dabei hapere es weniger am Budget als an der Organisation und veralteten Systemen. So hätten drei Viertel zwar eine schriftliche Strategie, aber nur ein Drittel eine mit messbaren Zielen.
Es hat sich ausgesimst
2025 verschickten die Deutschen nur noch 2,9 Mrd. SMS, meldet die Bundesnetzagentur laut Spiegel.de. Binnen eines Jahres habe sich die Zahl von 5,2 Mrd. fast halbiert; während des Peaks der Technologie seien es fast 60 Mrd. gewesen. Pro aktiver SIM-Karte blieben monatlich im Schnitt magere zwei Kurznachrichten. Schuld seien Messenger wie Whatsapp und der Verzicht vieler Banken auf SMS-Verifizierung. Eine Trendwende sei nicht zu erwarten.

Redakteur
David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.
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