Fressnapf, Zooplus - und nun Tchibo: Heimtierbedarf boomt

Fressnapf, Zooplus - und nun Tchibo: Heimtierbedarf boomt

Gut 22 Millionen Heimtiere leben in deutschen Haushalten. Die Liebe zu Hund und Katze ist ein großes Geschäft, das vor allem im Internet wächst. Nun mischt auch Tchibo mit.

Björn BöerBjörn BöerChefredakteur
3 Min.· Aktualisiert am
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Der Hamburger Kaffeeröster hat vorübergehend die speziellen Futtermischungen der Marke Canimix neben Hundekörbchen, Futternäpfen und Katzen-Kratzbäume in den Regalen.

Auch im Internet können die Leckerlis noch bis Mitte August per Gutschein geordert werden.

Milliardenumsätze mit Haustierbedarf

Mit Haustieren lässt sich weiterhin viel Geld verdienen. Allein mit Hunde- und Katzennahrung wurden im vergangenen Jahr nach Angaben des Industrieverbands Heimtierbedarf gut 2,6 Milliarden Euro umgesetzt.

Insbesondere im Internet boomt das Geschäft. So erwirtschaftet Burda mittlerweile fast zehn Prozent seines Gesamtumsatzes mit seinem Onlineshop für Tierfutter und -zubehör.

An dem Portal Zooplus ist der eigentlich im Verlagsgeschäft tätige Konzern zu mehr als 50 Prozent beteiligt. Im vergangenen Jahr setzte Zooplus mit seinen insgesamt 8.000 Artikeln rund 257 Millionen Euro um und damit rund 33 Prozent mehr als im Vorjahr.

Als reiner Onlinehandel ist das Unternehmen mit 191 Mitarbeiten in fast ganz Europa aktiv - insgesamt in 21 Ländern, darunter auch in Frankreich, den Benelux-Staaten, Italien, Großbritannien und Spanien.

Fressnapf in "dauerhafter Expansion"

Auch der Tierartikelhändler Fressnapf aus Krefeld hat die Bedeutung des Internets längst erkannt. Seit 2009 gibt es Hundeknochen, Katzenstreu oder Halsbänder auch online zu kaufen.

In der Schweiz wurde Anfang des Jahres ein Onlineshop gestartet, weitere sollen in Österreich und Dänemark folgen. Außerdem will das Franchiseunternehmen den Vertrieb via Smartphone forcieren.

Im vergangenen Jahr setzten die Krefelder mit ihren 12.500 Produkten insgesamt 1,36 Milliarden Euro um, 5,2 Prozent mehr als im Vorjahr. Online vertreiben sie schon gut 7.000 Artikel. Über den Umsatzanteil im Internet hält sich das Unternehmen allerdings bedeckt. Aber auch im stationären Geschäft wächst die Gruppe stetig weiter.

So gibt es mittlerweile 1.193 Fressnapf-Märkte in elf europäischen Ländern. In Deutschland sind es 810. Allein im vergangenen Jahr kamen hier 23 neue hinzu. "Wir befinden uns in dauerhafter Expansion", erklärt Unternehmenssprecher Kristian Peters-Lach.

Gesättigter Markt

Nach Einschätzung des Zentralverbands Zoologischer Fachbetriebe ist der Tiermarkt in Deutschland eigentlich gesättigt. Gut 22 Millionen Heimtiere leben in deutschen Haushalten - ohne Zierfische und Terrarientiere. Potenzial gebe es aber noch im Onlinehandel.

"Genaue Zahlen über dessen Anteil am Gesamtumsatz liegen aber nicht vor", sagt Verbandssprecherin Antje Schreiber. Bundesweit gebe es fast 5.000 Fachhändler für Heimtierbedarf. Allein in Baumärkten und Gartencentern seien mehr als 1.000 Zoofachabteilungen zu finden. Zu den großen Anbietern zählen neben Fressnapf auch die Unternehmen Futterhaus, Tier Total und Zoo & Co.

Der stationäre Fachhandel werde in dieser Branche immer wichtig bleiben. "Gerade das Geschäft mit Hund und Katze ist sehr emotional", betont Schreiber. Da müsse ein neues Mäntelchen oder ein Maulkorb vor Ort angepasst werden. "Und auch ein großes Aquarium mit vielen bunten Pflanzen kommt als Foto im Internet nicht so rüber wie im Laden."

Zudem gehe der Trend in Märkten und Läden zum Service. Da sei zunehmend die Rund-Um-Sorglos-Versorgung im Angebot - von der Heimtierpflege bis zum Hundesitting oder Gesundheitsberatung.

Maren Martell, dpa

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Björn Böer
Geschrieben vonBjörn Böer

Chefredakteur

Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.

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