
Getrunken wird immer, und immer öfter zu Hause
Die Deutschen entdecken offenbar die Hausbar wieder: Auch junge, gutsituierte Konsumenten trinken gerne mal einen zu Hause, melden die Marktforscher von Nielsen.
Gut Situierte haben gut sortierte Hausbar
Für sechs Prozent ist es außerdem von Bedeutung, innerhalb der verschiedenen Spirituosensorten verschiedene Marken vorrätig zu haben. Und nicht nur ältere Konsumenten unterstützen den Trend zur Hausbar, wie man denken könnte: Auch die 18- bis 30-jährigen zeigen den Forschern zufolge ein überdurchschnittliches Interesse an Schnaaps&Co.
Die Wertschätzung steigt dabei offenbar mit dem persönlichen Wohlstand: Großen Wert auf eine gut sortierte Hausbar legen vor allem Zwei-Personen-Haushalte und solche mit einem höheren Nettoeinkommen.
Auch wenn das aktuelle Wachstum des gesamten Spirituosenmarktes den Forschern zufolge vor allem auf Kalendereffekten zum Jahreswechsel 2008/2009 beruht, entwickelten sich Wodka, Rum, Liköre, Spirituosen mit Zusätzen, Aperitifs und Spirituosenmixgetränke laut Nielsen „MarketTrack“ auch ohne diesen Kalendereffekt in diesem Jahr deutlich überdurchschnittlich.
Auch Ökos zwitschern gerne mal einen
Bemerkenswert finden die Verbraucherforscher zudem, dass neben den „rein genussorientierten Personen“ auch "Verbraucher mit ausgeprägtem Bewusstsein für Qualität und Ökologie" die Hausbar schätzen: Diese Verbrauchergruppen, neudeutsch unter dem Begriff Lohas ("Lifestyle of Health and Sustainability") subsumiert, „wollen ihr Leben in vollen Zügen genießen, schätzen ein geselliges Leben, legen Wert auf eine gesunde Ernährung und verwöhnen sich gern mit hochwertigen Produkten“, interpretieren die Nielsen-Forscher die Zahlen.
Dabei wahrten die modernen Ökos aber immer einen bewussten, nachhaltigen Lebensstil: „Gerade das Interesse der Lohas an einer gut sortierten Hausbar zeigt, dass die Kombination aus Qualität, Authentizität und Genuss bei Spirituosen wieder neu betont wird“, ist Nielsen-Forscherin Birgit Pflügler überzeugt.
Nielsen PanelViews
Nielsen befragte rund 15.000 Haushalte in Deutschland im Zeitraum Februar/März 2009 dazu, wie wichtig es ihnen ist, einen Spirituosenvorrat im Haus zu haben. Parallel dazu gaben die Verbraucher auch Auskunft zu persönlichen Lebenseinstellungen und eigenem Lebensstil.
Die Korrelation der gesammelten Verbraucherdaten und Verknüpfung mit soziodemografischen Angaben liefert den Nielsen-Forschern zufolge in Verbindung mit der Erhebung „MarketTrack“ Schlüsselinformationen über aktuelle Konsumtrends und Wachstumspotenziale im Spirituosenmarkt. „Sie sind damit eine wichtige Grundlage für gezielte Sortiments- und Marketingentscheidungen von Herstellern und Handel“, wirbt Nielsen.
Redakteurin
Sybille Roemer kennt als Redakteurin der afz – allgemeine fleischer zeitung die Herausforderungen der Digitalisierung in Metzgerei und Einzelhandel. Der Autorin der Fachbücher "Praxisführer E-Commerce" und "Erfolgsfaktor Online-Handel" und Dozentin an der Philipps-Universität Marburg ist wichtig, stets die Kundenperspektive im Blick zu haben: Digitalisierung sollte kein Selbstzweck sein, sondern Vorteile für alle Beteiligten bringen.
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