
GfK erwartet leicht sinkende Ausgaben für Geschenke
Bisher gehen sämtliche Untersuchungen davon aus, dass die Konsumenten in das bevorstehende Weihnachtsgeschäft mehr investieren als im Vorjahr. Die GfK verblüfft nun mit anderen Zahlen.
Steffen GerthRedakteur Der Handel und etailmentIn anderen Untersuchungen, wie etwa vom Handelsverband Deutschland, heißt es, dass die Deutschen deutlich mehr für Weihnachtsgeschenke ausgeben wollen.
Neigung zu größeren Anschaffungen steigt wieder an
Wegen der ungebrochenen Zuwanderung von Flüchtlingen rechnen viele Menschen in den kommenden Monaten allerdings auch mit mehr Arbeitslosen. Weil zugleich die Einkommenserwartungen sanken, fiel der monatliche GfK-Konsumklimaindex mit 9,3 Punkten für Dezember auf den niedrigsten Stand seit Jahresbeginn. Es war der vierte leichte Rückgang in Folge, für November hatte die GfK 9,4 Zähler errechnet.
Die GfK befragt monatlich 2.000 Verbraucher zu ihren Erwartungen.
Zugleich stieg jedoch pünktlich zum Weihnachtsgeschäft erstmals seit fünf Monaten die Neigung zu größeren Anschaffungen wieder - auch weil Sparen wegen der Minizinsen kaum noch belohnt wird. Das zeige auch, "dass die Menschen keine Angst um ihren Job haben - obwohl es eine latente Verunsicherung gibt", sagte GfK-Konsumexperte Rolf Bürkl. "Der Konjunkturpessimismus steht im Widerspruch zu den tatsächlichen Zahlen." Bürkl verwies etwa auf die gute Lage auf dem Arbeitsmarkt.
Konsum als Konjunkturstütze
Die weitere Entwicklung der Konsumstimmung hänge auch davon ab, wie Verbraucher auf die Terroranschläge von Paris reagieren werden. Dieser Aspekt sei in der jüngsten Erhebung nicht berücksichtigt. Bei früheren Anschlägen habe es meist jedoch keine negativen Auswirkungen auf die Verbraucherstimmung in Deutschland gegeben. Bürkl ist sicher: "Der Konsum ist und bleibt eine wichtige Stütze für die Konjunktur."
Für den Handel wird das Weihnachtsgeschäft erneut ein Umsatzbringer sein: Rund 14,3 Milliarden Euro dürfte das Fest nach GfK-Berechnungen in die Kassen spülen. Das wären allerdings knapp fünf Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Der HDE geht hingegen von fast 87 Milliarden Euro aus - 2 Prozent mehr als 2014.
Neun von zehn (91 Prozent) Verbrauchern wollen zum Fest etwas verschenken. Am häufigsten landen Bücher, Spielwaren und Bekleidung unter dem Weihnachtsbaum. Jeder zweite (51 Prozent) bestellt der GfK-Erhebung zufolge mindestens ein Geschenk im Internet. Die Zahlen zum Weihnachtsgeschäft basieren auf einer Umfrage unter 4.241 Verbrauchern von 14 bis 75 Jahren Ende Oktober und Anfang November.

Redakteur Der Handel und etailment
Steffen Gerth ist Redakteur bei Der Handel und etailment. Für das Digital-Commerce-Magazin der dfv Mediengruppe schrieb er unter anderem die wöchentliche Kolumne "Die Woche im Handel" mit Analysen zum Strukturwandel im deutschen Einzelhandel.
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