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Das müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen. Einen erfolgreichen Tag wünscht Ihnen die Redaktion von etailment.de.
Thomas RehmRedakteurHANDEL NATIONAL
Booking.com verliert Schadensersatzklage gegen 1099 Hoteliers
Das Landgericht Berlin II verpflichtet Booking.com zum Schadensersatz gegenüber 1099 Hoteliers, berichtet Heise.de. Die Richter beurteilten sowohl die bis 2015 gültigen „weiten“ als auch die nachfolgenden „engen“ Bestpreisklauseln als kartellrechtswidrig. Letztere hätten Unterkünften untersagt, auf eigenen Websites günstigere Preise als auf dem Vermittlungsportal anzubieten – obwohl im Direktvertrieb keine Provision von 10 bis 15 Prozent anfalle. Die Feststellungsklage sei zulässig, da die Markteffekte nachwirkten. Die konkrete Schadenshöhe müsse in künftigen Verfahren geklärt werden; eine Berufung gelte aber als wahrscheinlich.
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Weihnachtsblues: Weniger Nachfrage, mehr Retouren
Drei Viertel der Online-Händler erwarten im Weihnachtsgeschäft sinkende oder stagnierende Umsätze, wie eine Umfrage des Händlerbundes zeigt. Zwei Drittel empfänden die Kaufzurückhaltung der Kunden als größte Herausforderung; fast 40 Prozent klagten über wachsende Retouren. 48 Prozent berichteten von steigendem Konkurrenzdruck – 2023 seien es noch 33 Prozent gewesen. Viele Händler reagierten mit Rabattaktionen und investierten in die Suchmaschinenoptimierung. Einziger Lichtblick: Die Sorge, dass die Lieferdienste versagen könnten, sinke mit den Umsätzen.
Fast jeder Fünfte missbraucht das Widerrufsrecht
Deutschland erwartet 2025 rund 550 Mio. Paket-Retouren und führt damit die europäische Statistik an, berichtet WebID, Spezialist für Online-Identifikationslösungen, in einer Pressemitteilung. 17,8 Prozent der von einer Forschungsgruppe der Universität Bamberg Befragten hätten zugegeben, das Widerrufsrecht bereits „bewusst ausgenutzt“ zu haben. Der Anteil missbräuchlicher Retouren liege bei durchschnittlich 3,6 Prozent, im Fashion-Bereich bei sieben, bei Bürobedarf nur bei 0,1 Prozent. Neben dem moralischen Graubereich – etwa getragene Kleidung zurückschicken – existiere klar krimineller Betrug mit gestohlener oder gefälschter Ware. Online-Händler könnten mit datenbasierten Technologien, Betrugspräventionssoftware und digitalen Identifikationsprüfungen auffällige Muster identifizieren, ohne ehrliche Kunden zu verunsichern.
Douglas verdoppelt den Gewinn
Die Parfümeriekette Douglas steigerte laut Geschäftsbericht ihren Umsatz im Geschäftsjahr 2024/25 um 3,5 Prozent auf 4,58 Mrd. Euro und verdoppelte den Nettogewinn auf 175,4 Mio. Euro. Sowohl Filialen als auch der Online-Handel seien gewachsen, wobei das E-Commerce-Geschäft zum Jahresende besonders stark zugelegt habe. Das vierte Quartal sei von verändertem Verbraucherverhalten und höherer Preissensibilität geprägt gewesen, weshalb das bereinigte Ebitda um elf Prozent gesunken sei. Das Unternehmen prüfe derzeit einen Markteintritt in der Golfregion, wo man großes Potenzial für das Premium-Beauty-Geschäft sehe.
Einzelhandel erreicht Rekord-Krankenstand
Der Krankenstand im Einzelhandel erreichte 2024 einen Höchstwert von 7,14 Prozent, meldet AOK.de. Täglich seien damit mehr als sieben von 100 Angestellten arbeitsunfähig. Besonders dramatisch entwickelten sich die psychischen Erkrankungen: Die Fehltage stiegen binnen zehn Jahren um fast 50 Prozent auf durchschnittlich 5,7 Tage pro Person. Als mögliche Gründe nennt das BGF-Institut intensiven Kundenkontakt, Personalmangel, Existenzängste und den Druck durch den Online-Handel. Trotz des neuen Rekords liege der Einzelhandel knapp unter dem branchenübergreifenden Durchschnitt von 7,18 Prozent.
HANDEL INTERNATIONAL
Schlägereien bei Temu-Mutter PDD
Bei der Temu-Mutter PDD Holdings kam es Anfang Dezember zwischen Mitarbeitern und Vertretern chinesischer Aufsichtsbehörden zwei Mal zum nicht-verbalen Schlagabtausch, berichtet Manager-Magazin.de unter Berufung auf Bloomberg. Die Staatsbehörde für Marktregulierung habe Einsicht in vertrauliche Transaktionsdaten verlangt, das PDD-Team für Regierungsbeziehungen habe dies verweigert. Mit den Fäusten. Die Polizei habe mittlerweile mehrere Personen festgenommen, PDD das komplette Team entlassen und chinesische Medien ihre Berichte über den Vorfall gelöscht.
Die US-Handelsaufsicht FTC untersucht den Lieferdienst Instacart wegen des Verdachts auf dynamische Preisgestaltung, berichtete CNBC.com. Eine Studie hatte gezeigt, dass identische Produkte im selben Supermarkt über die App rund sieben Prozent teurer seien – Kunden zahlten dadurch über 1.000 Dollar mehr pro Jahr. Instacart bestreitet algorithmenbasierte Preisanpassungen in Echtzeit und bezeichnet die Tests als „simples A/B-Testing“. Instacart hat 2022 das Unternehmen Eversight übernommen – welches auf KI-Preisgestaltung spezialisiert ist.
Auch Doordash hat jetzt eine App in ChatGPT
Doordash startet in den USA eine App-Integration in ChatGPT, die Lebensmittelbestellungen direkt aus dem Chat ermöglicht, berichtet Retail-News.de. Nutzer könnten Rezeptideen erfragen und die Zutaten anschließend als Einkaufsliste laden, die sich per Klick in einen Warenkorb verwandele. Die zunächst für ausgewählte Kunden verfügbare Funktion werde in den kommenden Wochen ausgeweitet. Außer Doordash sind in den USA mittlerweile auch Spotify, Duolingo, Uber, Salesforce, Paypal, Etsy, Shopify oder Adobe mit ChatGPT verzahnt.
Apples Datenschutz kostet kleine Händler jeden dritten Klick
Apples Tracking-Einwilligung ATT hat Werbekampagnen auf Facebook und Instagram 36,6 Prozent ihrer Klicks gekostet, zeigt laut Pressemitteilung eine Studie der Universität Hamburg. Kleine Online-Händler, die stark auf diese Plattformen angewiesen seien, hätten nach der Einführung im April 2021 einen um 37,1 Prozent geringeren Umsatzanstieg verzeichnet als weniger abhängige Konkurrenten. Die Folge: Höhere Werbekosten, die letztlich an Kunden weitergegeben würden. Frankreich habe Apple bereits zu 150 Mio. Euro Strafe verurteilt, das Bundeskartellamt prüfe den Fall.
Coursera kauft Udemy: Fusion der Lernplattformen
Die Online-Lernplattform Coursera übernimmt ihren Mitbewerber Udemy in einer reinen Aktientransaktion im Wert von 2,5 Mrd. Dollar, berichtet Golem.de. Die Fusion sei eine Antwort auf die rasanten Veränderungen durch künstliche Intelligenz im Bildungsmarkt. Das kombinierte Unternehmen verfüge über 191 Mio. Nutzer und erwarte einen Jahresumsatz von über 1,5 Mrd. Dollar sowie Kosteneinsparungen von 115 Mio. Dollar im Laufe der nächsten zwei Jahre.
Home Depots E-Commerce erwirtschaftet 25 Mrd. Dollar
Die Baumarktkette Home Depot erwirtschaftet mittlerweile rund 25 Mrd. Dollar im Jahr nur durch E-Commerce und zählt damit zu den fünf größten Online-Händlern Nordamerikas, berichtet Digitalcommerce.com. Seit 2017 habe man 200 Logistikeinrichtungen aufgebaut, wodurch mittlerweile über die Hälfte der Lagerartikel am selben oder nächsten Tag zugestellt werden können. Parallel treibe Home Depot den KI-Einsatz voran: Der Shopping-Assistent „Magic Apron“ (magische Schürze) erhöhe Konversionsraten, ein Blueprint-Tool wandle Baupläne in Materialangebote um, und KI-gestützte Chat-Systeme hätten die Self-Service-Rate verdreifacht.
TRENDS & TECHNOLOGIE
KI produziert 70 Prozent mehr Fehlercode als Menschen
KI-generierter Code enthalte deutlich mehr Fehler als menschliche Programmierung, berichtet Techradar.com unter Berufung auf Daten von CodeRabbit. Pull Requests (Code-Änderungsvorschläge) mit KI-Tools wiesen durchschnittlich 10,83 Probleme auf, menschliche nur 6,45. Besonders kritisch seien Sicherheitslücken, wie beispielsweise unsichere Passworthandhabung, zudem träten Logik- und Performance-Fehler häufiger auf als bei Menschen. Die längeren Review-Zeiten böten allerdings auch eine Chance: Menschen verlagerten ihre Arbeit ins Management und die Überprüfung von KI-Code, während repetitive Aufgaben automatisiert würden.
Googles KI-Modus verschiebt lokale SEO von Rankings zu Quellenautorität, warnt Searchenginejournal.com. Wenn Unternehmen nicht in KI-Übersichten zitiert würden, breche die Klickrate um 61 Prozent ein. Besonders relevant für Online-Händler: Vollständige Google-Business-Profile mit präzisen Kategorien und Öffnungszeiten seien nun wichtiger als Backlinks. Strukturierte Daten für Unternehmensstandorte und Dienstleistungen, konsistente Adressdaten über alle Plattformen sowie Inhalte mit FAQ-Formaten würden über Sichtbarkeit entscheiden. Markenerwähnungen erlebten eine Renaissance, während traditionelle Linkbuilding-Strategien drastisch an Bedeutung verlören.

Redakteur
Thomas Rehm ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Der erfahrene Fachjournalist schrieb zuvor viele Jahre für Titel der dfv Mediengruppe, darunter das Konsumgüter- und Verpackungsportal packaging-360.com, und begleitet heute die Themen Handel, Konsumgüter und Digitalisierung.
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