GfK sieht ungebrochene Kauflust bei den Deutschen

GfK sieht ungebrochene Kauflust bei den Deutschen

Die GfK hat einen neuen Begriff geschaffen: Event-Konsum. Geld ausgeben für Vergnügen. 2016 soll sich dieser Trend bei den Verbrauchern fortsetzen, man kauft einfach weiter gerne ein. Allerdings sind viele Deutsche besorgt wegen es Flüchtlingsstroms.

Thomas RehmThomas RehmRedakteur
3 Min.· Aktualisiert am
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Die Nürnberger Forscher rechnen für 2016 mit einem Anstieg der privaten Verbraucherausgaben preisbereinigt um 2 Prozent, teilte die GfK am Mittwoch in Nürnberg mit.

Im Vorjahr war der private Konsum in Deutschland um 1,9 Prozent gewachsen; die GfK hatte hingegen nur mit einem Plus von 1,5 Prozent gerechnet. Der Konsum trägt allein knapp 54 Prozent (2015) zur deutschen Wirtschaftsleistung bei.

Ins Kino gehen und das eigene Heim verschönern

Nach Umfragen der GfK wird immer mehr Geld für Reisen und Wellness ausgegeben. "Der Event-Konsum spielt eine immer größere Rolle bei den Verbrauchern", sagt der GfK-Konsumforscher Rolf Bürkl. Davon hätten beispielsweise im Vorjahr die deutschen Kinobetreiber profitiert, die so viel Kinotickets verkauft hätten wie schon lange nicht mehr. "Im Trend liegen 2016 aber auch Haus- und Wohnungsrenovierungen", erwartet der GfK-Handelsexperte Wolfgang Adlwarth. Aber auch für den Lebensmittel-Einzelhandel rechnet er mit einem Umsatzzuwachs von 1,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

GfK-Vorstandschef Matthias Hartmann begründet die Prognose seines Hauses vor allem mit der anhaltend guten Wirtschaftslage in Deutschland. Viele Unternehmen bauten ihre Belegschaften weiter aus. "Die Arbeitslosigkeit wird damit weiter sinken", ist Hartmann überzeugt.

Der Flüchtlingskrise als große Unbekannte

Dennoch falle die GfK-Prognose im Vergleich zu der einiger Konsumforscher etwas zurückhaltender aus, räumte er ein. Die Gründe dafür seien neben der Flüchtlingskrise und der Terrorgefahr in Europa auch die "abstürzenden Energiepreise". Dies könnte mittel- und langfristig dazu führen, dass Firmen der betroffenen Branchen ihre Investitionen zurückfahren. "Und das könnte sich negativ auf den Arbeitsmarkt und damit auch auf den Konsum auswirken", fürchtet der GfK-Chef.

Für die EU prognostiziert die GfK für 2016 einen Anstieg des privaten Konsums von 1,5 bis 2 Prozent. Zur Begründung verwies Hartmann auf die im Vorjahr deutlich aufgehellte Verbraucherstimmung in vielen der 28 EU-Staaten.

Erfreulich sei, dass vor allem in einigen ehemaligen Krisenländern wie Spanien, Portugal und Irland die privaten Ausgaben im Vorjahr wieder stärker gestiegen seien. Das führe beispielsweise in Spanien dazu, dass viele Menschen dort für 2016 wieder mit einer Verbesserung der wirtschaftlichen Lage rechneten. Dagegen reiche in Griechenland weiterhin das Geld oft nicht für die nötigsten Anschaffungen, sagte Hartmann.

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Thomas Rehm
Geschrieben vonThomas Rehm

Redakteur

Thomas Rehm ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Der erfahrene Fachjournalist schrieb zuvor viele Jahre für Titel der dfv Mediengruppe, darunter das Konsumgüter- und Verpackungsportal packaging-360.com, und begleitet heute die Themen Handel, Konsumgüter und Digitalisierung.

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