Girogo: "Es sind noch Verbesserungen notwendig"

Girogo: "Es sind noch Verbesserungen notwendig"

In der kommenden Woche stellt die deutsche Kreditwirtschaft ihre kontaktlose Geldkarte ("girogo") der Öffentlichkeit vor. Die Redaktion von Der Handel sprach mit Olaf Schrage, IT-Chef der Douglas Holding, über die Erfolgschancen.

David WöllensteinDavid WöllensteinRedakteur
3 Min.· Aktualisiert am
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Die Geldkarte besitzt im Handel bislang keine Bedeutung. Glauben Sie, dass sie nun eine Erfolgsstory mit einer breiten Akzeptanz wird?
Ja. Allerdings sind dazu noch einige Verbesserungen notwendig, bei denen wir die Kreditwirtschaft unterstützen werden. Zum einen muss das Aufladen der Karten ebenso bequem und schnell erfolgen wie das Bezahlen. Zum anderen brauchen wir einen friktionslosen Zahlungsvorgang - unabhängig davon, welcher Betrag am Ende auf dem Kassenzettel steht. Es darf für den Kunden keinen Bruch in der Handhabung der Karte geben, nur weil eine bestimmte Betragsgrenze überschritten wurde.

Dem steht die geplante Grenze von 20 Euro bei der Geldkarte entgegen?
Wir haben ein Konzept entwickelt, das einen übergangslosen Wechsel vom Prepaid-Produkt Geldkarte zur Girocard ermöglicht. Das einmalige Vorbeiziehen der Karte am Terminal würde genügen, ab 20 Euro müsste der Kunde lediglich noch seine PIN zur Autorisierung eingeben. Aktuell ist allerdings offen, ob die Kreditwirtschaft dieses Verfahren zulassen wird.

Auch das Aufladen der Geldkarten soll in sämtlichen ­Douglas-Filialen ermöglicht werden. Wie soll dies konkret funktionieren?
Der Ladeprozess ist sicher einer der kritischen Punkte, an denen sich entscheiden wird, ob die Geldkarte im zweiten Anlauf ein Erfolg wird. Wir wollen das Laden in einem Zug mit dem Bezahlen ermöglichen, ohne dass ein zusätzlicher Schritt zur PIN-Eingabe erforderlich wird. Technisch genügt es, die Karte einmal in die Nähe des Lesegeräts zu halten, um alle notwendigen Informationen auszulesen. Die Kunden werden es nicht akzeptieren, für das Aufladen einen zusätzlichen Aufwand zu betreiben, und auch der Handel hat an der Kasse keine Zeit zu verlieren.

Sie sprechen von NFC als Brückentechnologie für das Zahlen mit dem Smartphone. Was macht Sie da so sicher?
NFC hat entscheidende Vorteile gegenüber allen anderen Übertragungswegen: Geschwindigkeit, ­Sicherheit, Kostenstrukturen und Verfügbarkeit. Früher oder später werden mobile Zahlungslösungen auf dieser Basis in den Markt kommen. Bis es so weit ist, sind wir mit NFC auch in der Zwischenzeit optimal aufgestellt.

Interview: Hanno Bender

Zur Person:
Olaf Schrage ist Geschäftsführer der Douglas Informatik & Service GmbH (DIS). Das Unternehmen managt den IT-Bedarf der Douglas Holding und wickelt auch die Kartenzahlungen aller Vertriebslinien des Hagener Fachhandelskonzerns im eigenen Netzbetrieb ab. Schrage ist darüber ­hinaus Vorsitzender des Arbeitskreises "Kartengestützte Zahlungssysteme" des Kölner EHI Retail Institutes, einem ThinkTank des deutschen Einzelhandels.

Dieses Interview erschien im Rahmen der der Januar-Ausgabe des Wirtschaftsmagazins Der Handel. Ein kostenfreies Probeexemplar erhalten Sie hier
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David Wöllenstein
Geschrieben vonDavid Wöllenstein

Redakteur

David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.

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