Große Herausforderungen im Outdoor-Markt

Große Herausforderungen im Outdoor-Markt

Nach der Euphorie über die Outdoor-Begeisterung der Deutschen klärt sich nun der Blick der Branche. Die Pro-Kopf-Ausgaben der Kunden sinken. Die Händler stehen vor mehreren Problemen.

SRSybille RoemerRedakteurin
3 Min.· Aktualisiert am
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Gleichwohl sind die Berater nicht allzu pessimistisch: "Outdoor lebt" heißt es in der Studie. Die Experten prognostizieren der "Hardware" sowie den Outdoor-Schuhen bis 2014 sogar ein weiteres Wachstum.

Outdoor und Wandern haben sich demnach im vergangenen Jahrzehnt zu einer Massenbewegung in Deutschland entwickelt. Als Hauptfaktoren dafür machen die Berater den Erholungseffekt im Kontrast zum beruflichen Alltag und das "Erlebnis Natur" aus. Analog dazu habe sich der Wirtschaftsfaktor Outdoor zum wichtigsten Teilmarkt im Sporthandel aufgeschwungen.

50 Cent weniger pro Kopf

Das war den Deutschen 2010 offenbar noch eine Pro-Kopf-Ausgabe von 21,90 Euro wert. "Doch wo ein Boom herrscht, lassen preissenkende Marktteilnehmer und -methoden nicht lange auf sich warten", so die Berater. 2012 sank demnach die Pro-Kopf-Ausgabe auf 21,40 Euro.

"Konsolidierungsphasen wie diese tun auch bei Outdoor vielen Marktteilnehmern weh", heißt es. "Outdoor-Händler und -Hersteller haben die Wachstumsgrenzen in Deutschland ausgelotet. Nun beginnt eine neue und spannende Phase, wie sich die Marktteilnehmer in einem stagnierenden Milliardenmarkt positionieren."

Das sei keine unlösbare Aufgabe, wenn sich die Branche  der durchaus vorhandenen tragfähigen Markt- und Megatrends bewusst werde: "Aber leicht wird es nicht", weiß
Jochen Fendt, Autor der Studie. "Noch halten sich die Marktteilnehmer zurück. Ertragsseitig allerdings steigt der Druck." Allein eine weitere Verschlechterung der Rahmenbedingungen könnte zur Initialzündung für einen verstärkten Preiskampf im Markt führen. Und den wird "der eine oder andere Teilnehmer nicht überstehen", prognostiziert auch BBE-Branchenexperte Dominik Nuss.

Differenzierung vom Wettbewerb

Händler sollten sich vor allem vom Wettbewerb differenzieren, rät Nuss. "Das ist wohl eine der größten Herausforderungen in einem Markt, in dem die Marken bei der Kaufentscheidung eine untergeordnete Rolle spielen."

Auch der Outdoor-Fachhandel habe es nicht einfach: Sein Marktanteil von aktuell 53 Prozent schmelze weiter. "Sättigungseffekte, ein Überangebot an Ware, weitere Eröffnungen von Markenstores und das Internet haben nach der Euphorie von 2010 den Blick für die Marktrealitäten geöffnet", sind die BBE-Experten überzeugt.

So steige durch das Missverhältnis von Angebotsfläche und Nachfrage mit entsprechend vollen Lagern die Bereitschaft zu Rabattierungen. Zudem sind Hersteller  demnach versucht, günstige Ware über weitere Absatzkanäle in den Markt zu bringen oder die Marke weiter zu dehnen, um dann im Mode-Einzelhandel ihr Glück zu versuchen.

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SR
Geschrieben vonSybille Roemer

Redakteurin

Sybille Roemer kennt als Redakteurin der afz – allgemeine fleischer zeitung die Herausforderungen der Digitalisierung in Metzgerei und Einzelhandel. Der Autorin der Fachbücher "Praxisführer E-Commerce" und "Erfolgsfaktor Online-Handel" und Dozentin an der Philipps-Universität Marburg ist wichtig, stets die Kundenperspektive im Blick zu haben: Digitalisierung sollte kein Selbstzweck sein, sondern Vorteile für alle Beteiligten bringen.

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