
Großhandelspreise brechen ein
Die Großhandelspreise sind im April so stark gesunken wie seit mehr als zwanzig Jahren nicht mehr. Besonders Getreide ist sehr billig geworden.
Björn BöerChefredakteurBilliges Öl
Im Großhandel mit festen Brennstoffen und Mineralölerzeugnissen lagen die Preise nach Angaben der Statistikbehörde um 19,5 Prozent unter denen von April 2008. Gegenüber dem Vormonat verteuerten sich die zu dieser Wirtschaftsklasse gehörenden Waren um 3 Prozent.
Im März hatten sie sich im Monatsvergleich noch um 2,1 Prozent verbilligt. Die Preise für Erze, Metalle und Metallhalbzeug verringerten sich auf Großhandelsebene gegenüber dem Vorjahr um 25,1 Prozent und sanken auf Monatssicht um 5,2 Prozent.
In der Landwirtschaft und im Nahrungsmittelsektor entwickelten sich die Preise uneinheitlich gegenüber dem Vorjahr. Die Großhandelspreise für Getreide, Saaten und Futtermittel lagen um 41,6 Prozent unter dem Preisniveau von April 2008 (minus 2,7 Prozent gegenüber März 2009).
Nur Obst verteuert sich
Milch und Milcherzeugnisse, Eier, Speiseöle und Nahrungsfette waren um 7,9 Prozent billiger als im April 2008. Wegen der sinkenen Milchpreise ist mittlerweile ein Streit zwischen Handel und Produzenten entstanden. Gegenüber dem Vormonat stiegen die Preise jedoch (plus 0,6 Prozent) zum ersten Mal seit September 2008.
Obst, Gemüse und Kartoffeln waren gegenüber dem Vorjahresmonat um 0,6 Prozent teurer. Sie verbilligten sich aber gegenüber März 2009 um 0,8 Prozent.
Dow Jones

Chefredakteur
Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.
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