Groupon kann im Weihnachtsquartal zulegen

Groupon kann im Weihnachtsquartal zulegen

Gute Zahlen dank des profitablen europäischen Marktes. Das Schnäppchen-Portal Groupon legt nach langer Zeit wieder eine ordentliche Quartalsbilanz vor. Die Nutzerzahlen wachsen freilich langsam.

Björn BöerBjörn BöerChefredakteur
3 Min.· Aktualisiert am
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Die Grundlage für die schwarzen Zahlen habe vor allem das beschleunigte Wachstum mit Rekordeinnahmen gelegt, sagte Groupon-Finanzchef Jason Child der Deutschen Presse-Agentur. Zudem behält Groupon im Gegensatz zu früheren Quartalen die Kosten im Zaum.

Bei Groupon können Unternehmen wie Restaurants oder Dienstleister Rabattcoupons verkaufen. Zudem ist die Firma selbst als Anbieter von Artikeln aktiv und baut eine Onlineplattform für lokale Händler auf.

Währungskurse sorgen für "Gegenwind"

Groupon wurde ursprünglich mit einem E-Mail-Newsletter mit Rabatten-Angeboten groß. Inzwischen setzt Konzernchef Eric Lefkofsky auf eine Deal-Datenbank, die von den Kunden jederzeit durchsucht werden kann.

Diese Umstellung habe den Umsatzsprung von gut 24 Prozent in den USA angetrieben, betonte Finanzchef Child. In Europa lege Groupon erst die ersten Grundsteine für diese Plattform. Hierzulande drückte der starke Dollar die Geschäftszahlen - er lässt die Euro-Einnahmen bei der Umrechnung in die US-Währung in der Bilanz niedriger erscheinen. "Durch die Währungskurse gibt es erheblichen Gegenwind", sagte Child. Der Effekt senkte den Umsatz nach Rechnung von Groupon um 32,5 Millionen Dollar (rund 28,5 Millionen Euro).

Der Umsatz in der Region Europa, Mittlerer Osten und Afrika wuchs nur um 8,5 Prozent auf 272,5 Millionen Dollar (238,5 Millionen Euro). Bei unveränderten Wechselkursen hätte es nach Rechnung von Groupon ein Plus von 18 Prozent gegeben. Dabei steuere Groupon bereits gegen, zum Beispiel indem in Europa verkaufte Waren lokal eingekauft würden. "Zudem machen europäische Postdienste wie die Deutsche Post einen viel besseren Job als amerikanische", sagte Child. Dadurch ist der Warenverkauf in Europa deutlich profitabler als im Heimatmarkt - und das habe Groupon im umsatzstarken Weihnachtsquartal in die Karten gespielt.

Nur leichter Anstieg der Nutzerzahlen

Die Zahl aktiver Nutzer nahm in den vergangenen drei Monaten nur leicht zu - von 52,7 auf 53,9 Millionen. Groupon war nach der Gründung 2008 zunächst rasant gewachsen, übernahm sich aber bei der internationalen Expansion und fiel bei den Anlegern in Ungnade. Die Aktie notiert seit fast drei Jahren im Tief. Zum Börsengang im November 2011 lag der Ausgabepreis bei 20 Dollar (17,50), das Papier liegt seit fast drei Jahren darunter.

Nach den Quartalszahlen legte die Aktie zunächst um drei Prozent zu, angesichts der zurückhaltenden Prognosen wurde daraus jedoch schnell ein Minus von gut zwei Prozent auf 7,29 Dollar. Für das laufende Quartal rechnet Groupon angesichts der ungünstigen Währungskurse mit Erlösen zwischen 790 und 840 Millionen Dollar (691 beziehungsweise 735 Millionen Euro).

Im gesamten Jahr verbuchte Groupon nach den aufgestauten Verlusten der ersten Quartale immer noch ein Minus von gut 73 Millionen Dollar (64 Millionen Euro). Im Jahr 2013 war der Verlust mit über 95 Millionen Dollar (83 Millionen Euro) allerdings noch höher. Der Jahresumsatz stieg um 24 Prozent auf fast 3,2 Milliarden Dollar (2,6 Milliarden Euro). Das Unternehmen hat Geldreserven von 1,1 Milliarden Dollar (960 Millionen Euro).

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Björn Böer
Geschrieben vonBjörn Böer

Chefredakteur

Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.

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