Groupon: Weg vom Schnäppchen-Image

Groupon: Weg vom Schnäppchen-Image

Groupon – das war bisher ein Gutscheinportal, das man eher mit kräftigen Rabatten für Besuche im Restaurant, beim Friseur oder in Wellness-Bädern in Zusammenhang gebracht hat. Das will das amerikanische Unternehmen allerdings nun ändern, es hat seine Website modernisiert und versucht nun auch verstärkt Händler für die Marketingplattform zu begeistern. „Die neue Website ist ein erster Schritt zu einem Marktplatz für alles, was man in einer Stadt tun kann“, erläutert der für das Geschäft in Deu...

Björn BöerBjörn BöerChefredakteur
3 Min.· Aktualisiert am
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Gutscheine von Händlern aus der Umgebung

Auf der neuen Website kann sich der Konsument die Angebote auf einer Karte anzeigen lassen oder nach Produktkategorien und Rubriken sortieren. Während die Konsumenten früher die Angebote vor allem per Newsletter bekamen, will Groupon mit der überarbeiteten Version der Website zudem mit einer effizienteren Suche die Kunden animieren, nach Rabattgutscheinen von Dienstleistern, Restaurants oder Händlern in der Nähe zu suchen. Gleichzeitig rückt das Portal von festen Rabatt-Größenordnungen ab: „Das Schnäppchen-Image hängt uns noch nach“, gibt Stehle zu. „Wir wollen nun aber verstärkt Dinge anbieten, die es bisher online gar nicht zu kaufen gab, und hervorheben, dass wir viele höherwertige Angebote haben.“

In Europa zählten inzwischen zum Beispiel 250 Sterne-Restaurants zu den Groupon-Partnern, davon alleine 30 in Deutschland. Der Kunde solle das Gefühl bekommen, dass die Dienstleister und Händler ein gutes, seinen Preis wertes Angebot bieten: „Das muss nicht immer der 50-Prozent- Rabatt sein, wir beraten unsere Partner gerne, damit sie eine für sie passende Aktion starten können“, betont Emanuel Stehle. Die Deals sollen sich für die Anbieter lohnen, weil sie freie Kapazitäten oder ausgewählte Produkte mit Rabatt verkaufen können und darüber hinaus eventuell neue Kunden gewinnen.

Künftig keine unrentablen Rabatte für Unternehmer

Die Horrorgeschichten von Kleinunternehmern, die sich mit der Menge der Gutscheine verschätzt haben und ob des Aktionserfolges überrannt wurden oder zu hohe, unrentable Rabatte eingeräumt haben, sollen der Vergangenheit angehören: „Wir haben in den ersten Jahren Fehler gemacht und einiges an Vertrauen in Deutschland verspielt“, räumt der Groupon- Chef ein. „In den vergangenen Jahren haben wir uns darauf konzentriert, unsere Beratung auszubauen und zu verbessern, um die Probleme unserer Partner besser zu verstehen.“ Tatsächlich fehlte ein Qualitätsmanagement für die Verbraucher, das schwache Angebote herausgefiltert habe. „Eine negative Erfahrung fällt automatisch auf uns zurück“, berichtet Stehle. „Daraus haben wir gelernt und entsprechend ein Qualitätsteam aufgebaut, das jeden Deal auf Herz und Nieren überprüft.“ Im nächsten Schritt will Groupon das Geschäftsmodell über die Rabatte hinaus ausweiten. „Dazu zählt zum Beispiel, dass die Nutzer unserer Seite eine größere Auswahl bekommen, die Qualität der Angebote bewerten können und besser erkennen, wie es mit der Verfügbarkeit oder Terminen steht.“

Groupon zielt auch auf Verbundgruppen

Zu den größeren Einzelhandelspartnern zählen bislang unter anderem Bodyshop, Hunkemöller oder Gap. Stehle würde gerne weitere Einzelhändler wie auch Verbundgruppen für das Portal gewinnen: „Sie können unsere Reichweite nutzen, um interessante Angebote zu machen und Menschen in die Läden zu bringen“, wirbt der Manager. Beispielsweise könnte eine Verbundgruppe ein rabattiertes Produkt über Groupon anbieten, das sich der Kunde bei seinem lokalen Händler abhole. „Bei uns sollen sich Angebot und Nachfrage treffen, der Preis findet sich dann schon“, fasst Stehle die Zielsetzung von „Groupon 2.0“ zusammen.

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Björn Böer
Geschrieben vonBjörn Böer

Chefredakteur

Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.

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