
Hamburger Datenschützer zeigt ECE an
Wieder hat der Centerbetreiber ECE Ärger mit den Datenschützern. Diesmal geht es um aufgezeichnete Kundentelefonate. Das Unternehmen spricht von einem technischen Defekt.
David WöllensteinRedakteurStaatsanwaltschaft bestätigt Anzeige
Jeder Anrufer habe Persönlichkeitsrechte, die geschützt werden müssten, sagte Caspar dem NDR. Seine Anzeige wegen des Verdachts auf Verletzung der Vertraulichkeit des Wortes sei am 17. März eingegangen, berichtete Wilhelm Möllers, Sprecher der Hamburger Staatsanwaltschaft.
"Der Fehler entstand schon bei der Einstellung der hochkomplexen Telefonanlagen", erklärte Heinemann. In einigen ECE-Zentren hätten die Geräte zur Aufzeichnung von Drohanrufen automatisch alle Gespräche aufgenommen, statt nur auf Knopfdruck Drohanrufe. Betroffen waren zwei Zentren in Hamburg und eines in Sachsen. Hier sei die automatische Aufzeichnung sofort eingestellt worden, ebenso in anderen Zentren mit ähnlichen Geräten. Wie viele Einkaufszentren insgesamt betroffen sind, konnte Heinemann zunächst nicht sagen.
Anrufe dürften ohne die Einwilligung der Betroffenen nur in konkreten Bedrohungslagen aufgezeichnet werden, erläuterte der Datenschutzbeauftragte Caspar der Nachrichtenagentur dpa. "ECE hat sehr schnell reagiert und die Praxis eingestellt, so dass nach unseren Erkenntnissen keine Gefahr von Aufzeichnungen mehr besteht", fügte er hinzu.
Vor einigen Wochen stand die ECE schon einmal in der Kritik der Datenschützer. Damals ging es um verbotene Videoaufzeichnungen in Centern.

Redakteur
David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.
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