3D-Illustration zu Lieferdiensten, Handel, Konsumklima und Datenschutz im E-Commerce
© Black Forest Labs / Flux

Flink + Uber Eats, Mobile.de, Ebay, Konsumklima, Wachstum, Prettylittlething, UPS + Amazon, KI-Schulung, Datenschutz

Das müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen. Einen erfolgreichen Tag wünscht Ihnen die Redaktion von etailment.de.

Björn BöerBjörn BöerChefredakteur
6 Min.· Aktualisiert am
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HANDEL NATIONAL

Deutsche bestellen seltener und weniger im Netz
Der Online-Handel verliert in Deutschland an Schwung, wie der Ibi-Consumer-Report 2025 zeigt. Nur noch 36 Prozent der Befragten würden ausschließlich online kaufen, fünf Prozentpunkte weniger als 2024. Die monatlichen Bestellungen würden von 5,4 auf 5,1, die Zahl der bestellten Artikel von 8,1 auf 7,3 sinken. Jüngere Käufer zahlten häufiger für umweltfreundlichen Versand und kauften verstärkt Second-Hand-Ware – trügen aber auch das größte Schuldenrisiko: Jeder dritte 21- bis 30-Jährige habe bereits Zahlungsschwierigkeiten durch Online-Käufe gehabt – der Gesamtdurchschnitt liege bei zwölf Prozent.

Flink vermietet seine Rider an Uber Eats
Flink stellt seine Fahrer künftig „quasi als Logistikdienstleister“ für Uber Eats zur Verfügung, berichtet Supermarktblog.de. Die Rider müssten sich dafür in der Uber-App registrieren, behielten aber ihre reguläre Bezahlung von 13,90 Euro pro Stunde plus alle Trinkgelder. Neu sei, dass Schichten nun auch sonntags vergeben würden – wenn Uber Eats aktiv sei, Flinks eigene Hubs aber geschlossen bleiben müssten. Ende 2024 hatte der Quick-Commerce-Anbieter die Zusammenarbeit mit Uber Eats noch beendet, war damals aber selbst als Händler auf der Plattform vertreten gewesen.

KI checkt bei Mobile.de Inserate auf Schwachstellen
Mobile.de startet ab dem 2. Februar einen kostenlosen KI-Qualitäts-Check für Fahrzeuginserate, berichtet Autohaus.de. Die Funktion analysiere Bilder, Texte und Fahrzeugdaten und vergebe einen Score bis 100 Prozent, wobei Bildqualität mit 40 Prozent am stärksten gewichtet werde. Händler erhielten konkrete Verbesserungsvorschläge, etwa zu fehlenden Attributen oder bei unzureichendem Fotomaterial. Ein hoher Qualitäts-Score erhöhe die Sichtbarkeit in den Suchergebnissen und damit die Chance auf passende Kaufanfragen.

Ebay-Kalender zeigt profitable Shopping-Hochphasen
Ebay Advertising veröffentlicht laut Medienmitteilung vier branchenspezifische Marketing-Kalender für 2026, die Händlern in den Bereichen Kleidung, Sammeln, Motors und Hardgoods saisonale Verkaufshochs aufzeigen. Die Kalender identifizierten profitable Zeitfenster, gefragte Produkte während dieser Phasen und relevante Mikrotrends. Zwei übergreifende Entwicklungen prägten das Jahr: Pre-Loved- und Refurbished-Artikel verzeichneten deutliche Nachfragezuwächse, während Live-Shopping über Ebay Live und der grenzüberschreitende Handel an Bedeutung gewännen.

Verbraucher schöpfen wieder leise Hoffnung
Das Konsumklima in Deutschland klettert im Februar um 2,8 Zähler auf minus 24,1 Punkte, wie das GfK-Konsumklima zeigt. Die Einkommenserwartung springe um zwölf Zähler nach oben, getrieben durch die Mindestlohnerhöhung und sinkende Inflationsängste, erklärt Rolf Bürkl vom Nürnberg Institut für Marktentscheidungen. Die Anschaffungsneigung erreiche mit minus 4,0 Punkten den besten Wert seit März 2022. Allerdings stagniere die Sparneigung auf hohem Niveau, und geopolitische Spannungen könnten die zaghafte Erholung schnell wieder zunichtemachen.

Bundesregierung kappt Wachstumsprognose auf 1,0 Prozent
Die Bundesregierung erwartet für dieses Jahr nur noch ein Wirtschaftswachstum von 1,0 Prozent statt der im Herbst prognostizierten 1,3 Prozent, wie Manager-Magazin.de berichtet. Zwei Drittel dieses Zuwachses speisten sich aus staatlichen Investitionen in Infrastruktur und Bundeswehr. Deutschland rangiere damit weiter hinter anderen Industrienationen, nachdem man 2025 mit 0,2 Prozent nur knapp an der dritten Rezession vorbeigeschrammt sei. Erschwerend kämen höhere US-Zölle hinzu: Die deutschen Exporte in die USA seien 2025 um fast zehn Prozent eingebrochen.


HANDEL INTERNATIONAL


Betrugsversuche bei 64 Prozent der österreichischen Shops
64 Prozent der österreichischen Online-Shops haben bereits Betrugsversuche erlebt, wie eine Umfrage des Handelsverbands laut ORF.at ergab. Am häufigsten behaupteten Kunden, ihre Pakete seien nie angekommen – ein Vorwurf, den die Hälfte aller befragten Händler kenne. Der Nachweis der kompletten Lieferkette koste bei Kleinsendungen oft mehr als die Bestellung selbst, erklärt Gerald Kühberger vom Handelsverband. Zehn Prozent der Shops erlitten jährlich Schäden zwischen 50.000 und 100.000 Euro. Als simple Abwehrmaßnahme empfiehlt die Wirtschaftskammer, eine eidesstattliche Erklärung zu verlangen – dabei trenne sich schnell die Spreu vom Weizen.

Debenhams behält Prettylittlething nach Turnaround
Die Debenhams Group hebt ihre Gewinnprognose für das laufende Geschäftsjahr von 45 auf 50 Mio. Pfund an, wie Drapersonline.com berichtet. Alle Marken – darunter Boohoo, Boohooman und Karen Millen – seien profitabel, wobei der Turnaround bei Prettylittlething besonders rasant verlaufe. Die einst als Verkaufskandidat gehandelte Fast-Fashion-Plattform bleibe folgerichtig im Portfolio. Die Gruppe wolle nun „nicht-zentrale“ Assets abstoßen, um die Nettoverschuldung binnen zwölf Monaten spürbar zu senken.

UPS: 30.000 Kündigungen wegen Amazon-Trennung
UPS streicht in den USA dieses Jahr bis zu 30.000 Stellen, während der Logistikkonzern seine Lieferungen für Amazon weiter reduziert, berichtet BBC.com. Das Amazon-Geschäft sei außerordentlich gewinnschädigend. Bereits 2025 habe UPS 48.000 Jobs gestrichen und 93 Anlagen geschlossen. CEO Carol Tome kündigte an, täglich eine weitere Million Pakete weniger für Amazon transportieren zu wollen. Trotz des Kahlschlags prognostiziere der Konzern einen Umsatzanstieg auf 89,7 Mrd. Dollar.

Carpathia: Event-Kalender für Schweizer Handel & E-Commerce
Carpathia.ch hat einen Überblick über die wichtigsten Handels- und E-Commerce-Events für die Schweiz veröffentlicht. Die Veranstaltungen fänden zwischen Februar und November an Standorten wie Zürich, Luzern, Winterthur und Engelberg statt. Höhepunkt sei die Swiss Conference for Retail and E-Commerce am 20. Mai mit rund 1.000 Teilnehmern, gefolgt vom Digital Commerce Award am selben Abend. Für diesen könnten sich Onlineshops noch bis 20. Februar anmelden. Mit dem OMR Festival in Hamburg und der K5 Konferenz in Berlin finden sich auch zwei deutsche Termine im Kalender.


UK bietet Arbeitnehmern kostenlose KI-Schulungen
Die britische Regierung bietet Erwachsenen kostenlose Online-Kurse zur beruflichen KI-Nutzung an, berichtet BBC.com. Bis 2030 sollen zehn Mio. Arbeitnehmer erreicht werden – das ambitionierteste Schulungsprogramm seit Gründung der Open University 1971. Tech-Konzerne wie Amazon, Google und Microsoft hätten die Kurse mitentwickelt, die von 20 Minuten bis mehrere Stunden dauerten. Das Institute for Public Policy Research warne allerdings, reine Chatbot-Schulungen griffen zu kurz. Arbeitnehmer bräuchten zusätzlich Urteilsvermögen, kritisches Denken und Führungskompetenzen für den sicheren Umgang mit der Technologie.

Datenschutz I: Drei von vier Europäern aktiv dabei
Drei von vier EU-Internetnutzern schützten 2025 ihre Online-Daten aktiv, wie Eurostat mitteilt. Fast 59 Prozent hätten Werbezugriffe auf persönliche Informationen blockiert, 56 Prozent ihre Standortdaten abgeschirmt. Die Schutzmaßnahmen gewännen seit 2023 deutlich an Bedeutung – besonders beim Einschränken von Social-Media-Profilen (46 Prozent, plus fünf Prozentpunkte). Selbst das mühsame Lesen von Datenschutzerklärungen praktiziere mittlerweile jeder Dritte, bevor er Informationen preisgebe.

Datenschutz II: Gelesen, Schweiz-Urlaub gewonnen
Eine US-Amerikanerin gewann eine Schweiz-Reise, weil sie als Einzige die Datenschutzerklärung des Mobilfunkanbieters Cape Mobile tatsächlich las, berichtet Golem.de. Der Anbieter habe zwei Wochen lang die Flüge, Chalet-Übernachtungen, Restaurantgutscheine über 1.500 Dollar und drei Jahre kostenlosen Mobilfunk am Ende der ungeliebten Bleiwüste versteckt. Obwohl in diesem Zeitraum 655 Personen die Erklärung angeblich gelesen hätten, sei nur die Gewinnerin darauf aufmerksam geworden.
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Björn Böer
Geschrieben vonBjörn Böer

Chefredakteur

Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.

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