3D-Illustration zu Widerruf, Valentinstag, Lieferdienst und Newsletter-Abos im E-Commerce
© Black Forest Labs / Flux

Hawesko, Widerrufs-Button, Valentinstag, Uber, Google, Galaxus, Social-Media-Verbot, Newsletter-Abos, Rentahuman

Das müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen. Einen erfolgreichen Tag wünscht Ihnen die Redaktion von etailment.de.

David WöllensteinDavid WöllensteinRedakteur
6 Min.· Aktualisiert am
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HANDEL NATIONAL

Hawesko verliert online sieben Prozent Umsatz
Deutschlands größter Weinhändler Hawesko büßte 2025 drei Prozent Umsatz ein, während der Gesamtmarkt um sechs Prozent absackte, berichtet Wallstreet-Online.de. Bei 622 Mio. Euro Erlös bleibe die operative Marge mit 4,1 Prozent stabil. Besonders das E-Commerce-Geschäft habe sieben Prozent verloren und habe mit 193 Mio. Euro nur noch 31 Prozent Anteil. Dafür sei das B2B-Segment auf 203 Mio. Euro gewachsen. Nun solle ein Sparprogramm samt KI-Werbung und Marktplatzmodellen greifen – parallel plane das Handelshaus Zukäufe zur Marktkonsolidierung.

How to: Widerrufs-Button
Wie schon gemeldet, müssen Online-Händler ab dem 19. Juni einen Widerrufs-Button in ihre Web-Präsenz integrieren. Der Händlerbund fasst wichtige Punkte zusammen: Die Funktion solle von jeder Unterseite aus ohne vorherige Anmeldung erreichbar sein. Die Gestaltung müsse sich optisch deutlich abheben und eine unmissverständliche Beschriftung tragen. Nach dem Klick müsse ein aktiver Bestätigungsschritt folgen, woraufhin der Shop den Eingang unverzüglich elektronisch zu bestätigen habe. Abgefragt werden dürften nur die erforderlichen Daten; es sei nicht erlaubt, einen Rückgabegrund zu verlangen.

Valentinstag verliert Umsatz an den Karneval
Der Valentinstag beschert dem deutschen Einzelhandel Zusatzumsätze von voraussichtlich 1,18 Mrd. Euro, prognostiziert der Handelsverband Deutschland. Ein Fünftel der Konsumenten beabsichtige gezielte Käufe, wobei das Budget im Vergleich zum Vorjahr um 120 Mio. Euro schrumpfe. Da der Tag der Liebsten diesmal mit dem Karnevalssamstag kollidiere, investiere jeder zwölfte Befragte lieber in Kostüme als in Präsente. Auch wenn 22 Prozent ihr Valentins-Budget kürzen wollten, floriere am ehesten das Geschäft mit Blumen, Pralinen, Schmuck und Gutscheinen.


HANDEL INTERNATIONAL


Uber wächst dank Lieferdiensten um 20 Prozent
Uber steigerte seinen Umsatz im vierten Quartal um 20 Prozent auf 14,37 Mrd. Dollar, meldet Cnbc.com. Das Liefergeschäft legte dabei um 30 Prozent auf 4,9 Mrd. Dollar zu und überflügele damit das Fahrdienst-Segment mit seinen 19 Prozent Zuwachs. Partnerschaften mit Shopify und Einzelhändlern wie Loblaws oder Coles trieben die Expansion voran; für die Kundenansprache plane man, ChatGPT zu integrieren. Bis Ende 2026 wolle Uber autonome Fahrten in bis zu 15 Städten weltweit vermitteln – darunter München, Zürich, London und Hongkong. Bis 2029 strebe man die Position als weltgrößter Vermittler autonomer Taxis an.

Kartellstreit um Google geht in die Verlängerung
Das US-Justizministerium fechtet das Schlussurteil im Google-Monopolverfahren an, berichtet Heise.de. Die Regierung halte die verhängten Auflagen für unzureichend. Richter Mehta habe im August zwar ein illegales Monopol festgestellt, aber auf einen Zwangsverkauf von Chrome oder Android verzichtet. Auch die Milliardenzahlungen an Apple für die Suchmaschinen-Voreinstellung blieben erlaubt. Stattdessen müsse Google seine Suchdaten für Konkurrenten öffnen und dürfe keine Exklusivverträge mehr schließen. Nachdem Google bereits im Januar Berufung eingelegt habe, ziehen nun auch die Kläger vor die nächste Instanz – das über fünf Jahre laufende Verfahren könnte bis zum Obersten Gerichtshof gehen.

Refurbished-Boom bei Galaxus: Notebooks klettern um 193 Prozent
Nicht nur wegen der Nachhaltigkeit, aber auch aus Budgetgründen verkaufen sich Refurbished-Geräte immer besser, berichtet Galaxus.de. Besonders bei Notebooks (plus 193 Prozent) und PCs (plus 112 Prozent) steigt die Nachfrage, aber auch Tablets (plus 39 Prozent) und Smartphones (plus 23 Prozent) werden öfter geklickt. Letztere machen drei Viertel der Verkäufe aus. Die Preisersparnis kann – z. B. beim Iphone – bis zu 60 Prozent gegenüber der Neuware betragen. Als wichtig habe sich erwiesen, den Zustand der wiederaufbereiteten Elektronik klar zu kommunizieren.

Schweizer E-Commerce wächst zehn Prozent
Der Schweizer Einzelhandel legte laut NIQ-Markt-Monitor 2025 um 1,0 Prozent zu. Der E-Commerce habe zehn Prozent hinzugewonnen und bestätige seinen stabilen Aufwärtstrend. Süßwaren und Snacks trieben das Wachstum im Food-Bereich, während Tiefkühlprodukte vor allem durch höhere Mengen zulegten. Im Nonfood-Segment wuchsen Spielwaren, Heimelektronik und DIY-Artikel kräftig – Roboter-Rasenmäher und Staubsauger erlebten gar einen Boom. Der schneearme Winter bremse hingegen Schneesport, Outdoor-Ausrüstung und Wintermode deutlich aus.

Britische Online-Händler hoffen auf die KI
Britische Online-Händler erwarten für 2026 beschleunigtes Wachstum durch KI-gestützte Shopping-Erlebnisse, zitiert Channelx.world den „Ecommerce Delivery Benchmark Report“ von Metapack und Retail Economics. Fast die Hälfte der unter 45-jährigen Briten nutze bereits KI-Tools für Produktrecherche und Preisvergleich, 30 Prozent seien offen für KI als persönlichen Shopping-Agenten. ChatGPT generiere monatlich bereits 50,2 Mio. Shopping-Besuche. Europäische Händler kämpften allerdings, behindert durch komplexe Altsysteme, noch mit der Umsetzung: Nur 17 Prozent hätten KI umfassend implementiert – in Nordamerika seien es 28 Prozent.


Social-Media-Verbot bis 16 auch in Spanien geplant
Nach Griechenland plant nun auch Spanien ein Social-Media-Verbot für Jugendliche unter 16 Jahren, berichtet Golem.de. Ministerpräsident Pedro Sánchez wolle Kinder vor dem „digitalen Wilden Westen“ schützen und den Gesetzentwurf kommende Woche ins Parlament einbringen. Während Griechenland schon seit Oktober mit der staatlichen App „Kids Wallet“ Plattformen wie Tiktok und Instagram direkt auf Kindergeräten sperre, setze Spanien auf verpflichtende Altersverifikation durch die Betreiber selbst. Auch Frankreich strebe ein ähnliches Verbot für unter 15-Jährige ab September an, stoße aber auf rechtliche Bedenken zur Vereinbarkeit mit EU-Recht.

Datengier verschreckt Newsletter-Abonnenten
Viele Marken verschrecken potenzielle E-Mail-Abonnenten durch übermäßige Datenforderungen im Anmeldeprozess, so eine Studie von Intuit Mailchimp und Ascend2. Zwei Drittel fragten nach Telefonnummern, obwohl nur 28 Prozent der Kunden diese tatsächlich preisgäben. Erfolgreicher seien Formulare in Momenten mit hoher Kaufabsicht – etwa beim Browsen oder im Checkout. Nur acht Prozent der Marketer erreichten Konversionsraten über 20 Prozent. Wer Kampagnen konsequent automatisiere, lande dreimal häufiger in der Gruppe mit besonders hochwertigen Kontaktlisten.

Auch Spitzen-KIs scheitern an Alltagsaufgaben
KI-Modelle scheitern in dynamischen Alltagssituationen fundamental an der Fähigkeit, den Kontext zu erfassen, warnen Forscher von Tencent und der Fudan University laut Scmp.com. Mit dem neu entwickelten CL-Bench-Test testeten sie 19 führende Modelle an 1899 Aufgaben, die das Lernen aus Hintergrundinformationen erforderten. Die Top Ten erreichten durchschnittlich nur 17,2 Prozent Erfolgsquote. Ohne Fortschritte beim kontextbasierten Lernen blieben die Systeme in der Praxis zerbrechlich. Tencent plane daher, künftig die Chat-Historien der Nutzer als Wissensbasis anzuzapfen.

„Roboter brauchen Deinen Körper“: Rentahuman.ai
Die Plattform Rentahuman.ai ermöglicht es KI-Agenten, Menschen gegen Stundenlohn für Aufgaben in der physischen Welt zu buchen, berichtet Golem.de. In den ersten Tagen hätten sich fast 26.000 Personen registriert, wobei die Zahl möglicherweise Duplikate enthalte. Die angebotenen Tätigkeiten reichten von Botengängen über Geschäftstreffen bis zu Einkäufen in Läden. Die Website selbst sei komplett von KI-Agenten entwickelt worden, während der Gründer Alex schlief. Momentan arbeite er an Lösungen zur Verifizierung – ob die Job-Angebote tatsächlich von KI-Agenten oder Menschen stammten, ließe sich im Moment nicht sicher sagen.

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David Wöllenstein
Geschrieben vonDavid Wöllenstein

Redakteur

David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.

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