"Eine Frau sollte nicht der Vorstellung aufsitzen, dass ihr Chef sie mögen muss"

"Eine Frau sollte nicht der Vorstellung aufsitzen, dass ihr Chef sie mögen muss"

Die Leiterin der hessischen Film- und Medienakademie Anja Henningsmeyer spricht mit etailment über männliche und weibliche Kommunikation, gewinnbringende Verhandlungsvorbereitung und Gesprächsfallen, in die Frauen immer wieder tappen.

SRSybille RoemerRedakteurin
3 Min.· Aktualisiert am
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Warum?
Weil sie oft Angst haben, sich die Beziehung mit dem Verhandlungspartner zu verderben, aber das ist ein Irrtum. Eine Frau sollte nicht der Vorstellung aufsitzen, dass ihr Chef sie mögen muss. Er muss sie respektieren, das ist etwas anderes.

Wie bereitet man sich grundsätzlich auf eine Verhandlung vor?
Ob Mann oder Frau: Man legt grundsätzlich vor einer Verhandlung erst einmal sein Minimum und sein Maximum, sein Wunschziel fest. Das Minimum ist der so genannte Walk-away-Punkt, bei dem man tatsächlich auch eine Verhandlung abbricht oder zumindest vertagt.

Wichtig ist, vorher sein Ziel für sich selbst klar zu formulieren, denn sonst fängt man in der Verhandlung an, mit sich selbst zu verhandeln, und das ist der Anfang vom Ende. Zudem geht man nicht nur mit einer Forderung in eine Verhandlung, sondern mit einem ganzen Bündel.
Worauf sollten Frauen bei Verhandlungen besonders achten?
Sie sollten die Stereotypenfallen kennen. Frauen bekommen zum Beispiel weniger soziale Kompetenz zugeschrieben, wenn sie hart verhandeln. Damit müssen sie umgehen können und den expliziten Hinweis auf soziale Kompetenzen deutlich in ihre Argumentation einbauen, beispielsweise den Fürsorge-Aspekt. Außerdem sollten sie darauf achten, nicht zu viel zu reden, denn eine Verhandlung ist keine Diskussionsveranstaltung.
Also ist Schweigen tatsächlich Gold?
Ja, es hilft schon in vielen Situationen, einfach mal nichts zu sagen und den Gesprächspartner mit neutralem, festem Blick anzuschauen. So gewinnt man auch Zeit, wenn man sie braucht. Auch durch Fragen gewinnen sie Zeit und bekommen Informationen aus ihrem Verhandlungspartner heraus: Was ist seine Motivation, was sind seine Ziele, was ist ihm wichtig? Das ist oft nicht das, was ich vermute. Deshalb bekomme ich durch Fragen mehr Ansatzpunkte für meine Verhandlungshebel.
Welche Rolle dürfen Emotionen in einer Verhandlung spielen?
Hoffentlich so wenig wie möglich. Verhandlungen führt man möglichst mit dem 'Denkhirn' und nicht mit unserem 'Autopiloten', der uns emotional reagieren lässt. Emotionen sollten auf keinen Fall handlungsleitend sein – sie bringen unsere Strategie aus dem Gleichgewicht.

Negative Emotionen erzeugen Stress, bei positiven Emotionen fühlen wir uns geschmeichelt und sagen vielleicht zu schnell "Ja" zu etwas, was wir hinterher bereuen. Fortgeschrittene Verhandlerinnen können Emotionen auch mal bewusst einsetzen. Das dann aber nur dosiert und immer kontrolliert.

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Geschrieben vonSybille Roemer

Redakteurin

Sybille Roemer kennt als Redakteurin der afz – allgemeine fleischer zeitung die Herausforderungen der Digitalisierung in Metzgerei und Einzelhandel. Der Autorin der Fachbücher "Praxisführer E-Commerce" und "Erfolgsfaktor Online-Handel" und Dozentin an der Philipps-Universität Marburg ist wichtig, stets die Kundenperspektive im Blick zu haben: Digitalisierung sollte kein Selbstzweck sein, sondern Vorteile für alle Beteiligten bringen.

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