Hertie soll im Netz auferstehen

Hertie soll im Netz auferstehen

Zwei Unternehmer haben die Namensrechte der 2008 in die Insolvenz gegangenen Warenhauskette gekauft und wollen die Marke Hertie als Online-Kaufhaus zurück auf den Markt bringen.

David WöllensteinDavid WöllensteinRedakteur
2 Min.· Aktualisiert am
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Hinter HDK stehen Nils (32) und Jan Klöker (34), die den Bericht heute bestätigten. Beide sind eigenen Angaben zufolge seit 15 Jahren im Onlinehandel tätig und führen Shops wie Tepgo.de (Teppiche), Serviette.de (Tischdeko) und Telefon.de (Telekommunikation) mit insgesamt 40 Mitarbeitern.

Vorbilder sind Otto und Amazon

"Wir wollen Hertie als Online-Kaufhaus wiederbeleben", sagt Oliver Pohlmann, der als Berater für HDK tätig ist. Als Vorbilder nennt er Amazon und Otto, wollte sich aber zu weiteren Details nicht äußern.

Eine genaue Vorstellung von ihrem Sortiment haben die Unternehmer noch nicht, wie die TextilWirtschaft berichtet. Es werde daran gearbeitet. "Die meisten Lieferanten sind froh über jeden neuen Player. Schließlich ist der Onlinemarkt wesentlich konzentrierter als das stationäre Geschäft", sagt Pohlmann. Der Neustart für Hertie.de soll zwischen Ende 2012 und Mitte 2013 stattfinden.

Ein neues Unternehmensmotto ist aber schon gefunden: "Hertie - viel Spaß beim Einkaufen". Das neue Online-Kaufhaus soll die ganze Familie bedienen. Als Besonderheit soll den Kunden eine kostenfreie Beratung per Telefon angeboten werden, die zum Beispiel bei Tepgo zu sehr guten Ergebnissen führe.

80 Prozent Markenbekanntheit

Die Kosten für die Übernahme der Markenrechte wollen die neuen Eigentümer nicht bekanntgeben. Es habe mehrere Interessenten gegeben, der Preis sei deshalb nicht unerheblich, aber durchaus gerechtfertigt: "Dafür wurde eine Marke gesichert, die immer noch 80 Prozent der Deutschen kennen." Neue Marktteilnehmer wie Zalando müssten für solche Werte erst einmal mehrere hundert Millionen Euro investieren.

Die Hertie-Insolvenz war eine der größten Pleiten im deutschen Einzelhandel. Im August 2009 schloss das letzte der einst zu Karstadt gehörenden 73 Warenhäuser.

Auch andere Marken wie Quelle oder der Discounter Plus, die in den letzten Jahren aus dem Handel verschwunden sind, existieren als Onlineableger weiter.

"Freundlich, aber verstaubt"

Unternehmer hätten im Augenblick wohl mehr Fantasie, eine Marke im Internet wiederzubeleben als im stationären Einzelhandel, konstatiert Trendforscher Marco Atzberger vom Handelsinstitut EHI in Köln.

Allerdings sei das Hertie-Vorhaben kein Selbstläufer. "Das Image von Hertie ist freundlich, aber auch ein bisschen verstaubt." Entscheidend sei letztlich das Konzept, mit dem die Unternehmer punkten wollen.

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David Wöllenstein
Geschrieben vonDavid Wöllenstein

Redakteur

David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.

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