
"H&M hat ein gestörtes Verhältnis zu Betriebsräten"
Die Streitereien zwischen H&M und Betriebsräten nehmen kein Ende. Nun ist das Unternehmen gegen Arbeitnehmervertreter in Berlin vor Gericht gezogen - und will die Räte absetzen.
Steffen GerthRedakteur Der Handel und etailmentDas Unternehmen wirft den Arbeitnehmervertretern vor, sich regelmäßig gegen Dienstpläne der Filialleitung widersetzt zu haben. Als Grund hätten die Betriebsräte angegeben, dass die Pläne nicht mit den Arbeitszeitregelungen übereingestimmt haben sollen.
Auch in Stuttgart und Trier
Schlechte Stimmung herrscht nicht nur in Trier. Laut "Der Spiegel" wurde in einer Trierer Filiale ebenfalls ein Amtsenthebungsverfahren gegen Betriebsratsmitglieder angestrengt. Mitarbeitern einer Stuttgarter Filiale soll mit Lohnabzug gedroht worden sein, sollten diese während der Arbeitszeit eine Betriebsversammlung besuchen, berichtet das Nachrichtenmagazin weiter. "Das Amtsenthebungsverfahren in Berlin ist der vorläufige Höhepunkt einer langen Auseinandersetzung zwischen Unternehmen und Arbeitnehmern", sagte Johann Rösch, der bei der Gewerkschaft Verdi zuständig ist für den Einzelhandel. "H&M hat ein völlig gestörtes Verhältnis zu der Arbeit von Betriebsräten."
Die schwedische Textilkette sieht ihr Vorgehen freilich begründet. Es handele sich in den vorliegenden Fällen um "grobe Pflichtverstöße und um unverhältnismäßigen Zeitaufwand", teilt das Unternehmen mit. Grundsätzlich sei die Zusammenarbeit mit dem Betriebrat allerdings konstruktiv und vertrauensvoll. Der Gang vors Gericht stelle immer "die letzte von uns gewählte Option" dar.

Redakteur Der Handel und etailment
Steffen Gerth ist Redakteur bei Der Handel und etailment. Für das Digital-Commerce-Magazin der dfv Mediengruppe schrieb er unter anderem die wöchentliche Kolumne "Die Woche im Handel" mit Analysen zum Strukturwandel im deutschen Einzelhandel.
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