"Die Höhle der Löwen": Diese Gründer hoffen auf den großen Deal

"Die Höhle der Löwen": Diese Gründer hoffen auf den großen Deal

Eis, Pumps, Steaks, Handys, Medizintechnik: Zum Auftakt der 4. Staffel der TV-Show "Die Höhle der Löwen" suchen 5 Gründer Investoren für ihre Geschäftsideen. Massentaugliche Produkte verkauft Vox nun auch selbst - stationär.

SRSybille RoemerRedakteurin
6 Min.· Aktualisiert am
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"Protect Pax"

Da kommt wohl das Gründer-Duo von „Protect Pax“ in Frage. Pascal Buchen (26) und Anthony Filipiak (22) aus Düsseldorf haben zerbrochenen Handy-Displays den Kampf angesagt: „Unser Ziel war es, einen unsichtbaren Schutz zu entwickeln, der das Handy quasi unkaputtbar macht“, so Pascal Buchen. Das ist ihnen mit „Protect Pax“ laut eigener Aussage gelungen: Das Produkt wird in flüssiger Form aufs Handy aufgetragen und soll das Display sechs Mal härter als herkömmliche Schutzfolien machen.
Jetzt suchen die Gründer dringend einen Investor: „Ein ‚Löwe‘ wäre wahnsinnig wichtig für uns. Alles Geld, das wir hatten, haben wir investiert“, berichtet Pascal Buchen. „Jemand, der an uns glaubt, wäre super. Wir würden uns darüber riesig freuen“, ergänzt Anthony Filipiak. Um mit Protect Pax weiterzuwachsen und das Produkt mittelfristig auch zum Schutz von Ceranfeldern oder Autoscheiben einzusetzen, erhoffen sich die Gründer 100.000 Euro für 15 Prozent Unternehmensanteile.

"Luicella’s Ice Cream"

Als weiteres Start-up geht „Luicella’s Ice Cream“ ins Rennen. Für 120.000 Euro bieten sie 10 Prozent Unternehmensanteile. „Eis ist unsere ganz große Leidenschaft“, erläutert die 28-jährige Luisa Mentele, die an einer italienischen Eis-Universität studiert hat. Der frühere Olympia-Weltrekord-Schwimmer Markus Deibler (27) beendete für die kalte Köstlichkeit sogar seine Profisportler-Karriere: „Ich hatte einfach keine Lust mehr, mein ganzes Leben nur aufs Schwimmen auszurichten. Und ich hatte richtig Bock, mit Luisa Eis zu machen. Deswegen habe ich entschieden: Ich höre mit dem Schwimmen auf.“ Heute gehören zum Unternehmen „Luicella’s Ice Cream“ zwei Eisdielen in Hamburg, Fertig-Eis-Sorten im Einzelhandel und der neue Eis-Mix, mit dem man Eis zu Hause einfach selbst herstellen kann.

„MovEAid“

Auch das Mutter-Tochter-Gespann Anna Vonnemann und Dindia Gutmann aus Berlin gehen mit Geschäftspartnerin Saskia Holodynski in „Die Höhle der Löwen“, und zwar mit einer besonderen Geschichte: Dindia erlitt bereits im Mutterleib einen Schlaganfall und hat seitdem eine halbseitige Lähmung. „Halbseitig gelähmt zu sein bedeutet Unselbstständigkeit, Abhängigkeit und starke Schmerzen, aber auch Ausgrenzung“, schildert Dindia ihre Erfahrungen. Um ihrer Tochter zu helfen, entwickelte Mutter Anna ohne technische Vorkenntnisse ein Gerät, das Dindia mit elektrischen Impulsen bei ihrer Körperhaltung unterstützt – und hatte erstaunlichen Erfolg.Heute ermöglicht „MovEAid“ der 26-jährigen Dindia mehr Bewegungsfreiheit und Körperkontrolle. Um ihre Erfindung weiterzuentwickeln und auch anderen Menschen damit helfen zu können, erhoffen sich die Gründer von den „Löwen“ 200.000 Euro für 20 Prozent Unternehmensanteile. „Je weiter wir kommen, desto höher sind auch die Summen, die wir investieren müssen“, erklärt die 67-jährige Anna Vonnemann.

„Hearts4Heels“

Birgit Unger (49) hatte immer ein großes Problem: Sie trägt bei ihren Schuhen eine Zwischengröße und keiner ihrer Pumps passt perfekt. Motiviert von den vielen problemlösenden Produkten in der Sendung entschied sie sich als Höhle der Löwen-Fan, einen neuen Lebensabschnitt als Unternehmerin zu wagen. Sie gab ihre Wahlheimat Mallorca auf und entwickelte „Hearts4Heels“, ein kleines Schaumstoff-Herz, mit dem jede Frau ihre Pumps individuell auf ihre Größe anpassen kann. Noch ist das Produkt in der Testphase, die Jungunternehmerin braucht für die nächsten Schritte 20.000 Euro.Unter dem Motto „Fleisch ain’t no Firlefanz“ tritt das Düsseldorfer Startup und Familienunternehmen „Otto Wilde Grillers“ zur nächsten Finanzierungsrunde an. Denn 2016 haben sie über die Crowdfunding-Plattform Kickstarter bereits von 536 Unterstützern 334.607 Euro eingesammelt, um einen Grill für das perfekte Steak zu bauen. Das Ergebnis: Ottos Over-Fired Broiler – kurz der O.F.B. Der Oberhitze-Gasgrill erreicht Temperaturen von mehr als 900 °C und „bietet damit in wenigen Minuten Grillzeit eine Steakqualität wie sie sonst nur in den besten Steakhäusern der Welt zu finden ist“, wie Otto Wilde Grillers werben.Die hohen Temperaturen sorgten aufgrund der sogenannten Maillard Reaktion für eine knusprig-karamellisierte Kruste, während das Fleisch innen saftig und zart bleibe, wirbt das junge Unternehmen. Der O.F.B. wird komplett in Deutschland gefertigt. Für das funktionale und elegant-innovative Produktdesign wurde der rund 900 Euro teure Grill für den German Design Award 2018 nominiert. Bleibt abzuwarten, ob ein „Löwe“ in das doch für die breite Masse vermutlich zu kostspielige Küchengerät investiert.

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SR
Geschrieben vonSybille Roemer

Redakteurin

Sybille Roemer kennt als Redakteurin der afz – allgemeine fleischer zeitung die Herausforderungen der Digitalisierung in Metzgerei und Einzelhandel. Der Autorin der Fachbücher "Praxisführer E-Commerce" und "Erfolgsfaktor Online-Handel" und Dozentin an der Philipps-Universität Marburg ist wichtig, stets die Kundenperspektive im Blick zu haben: Digitalisierung sollte kein Selbstzweck sein, sondern Vorteile für alle Beteiligten bringen.

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