
Hornbach verdient wieder gut
Der Baumarkt-Riese schwächelte zum Jahresauftakt: Das ist vorbei. Im zweiten Quartal des Geschäftsjahres verdient Hornbach wieder richtig gut. Und will das Filial- und Onlinegeschäft weiter verzahnen.
Für das gesamte Geschäftsjahr 15/16 rechnet Hornbach weiter mit einem Ebit in Höhe des Vorjahres. 2014/2015 lag dies bei 165,1 Millionen Euro. Der Umsatz, der im vergangenen Geschäftsjahr 3,57 Milliarden Euro betrug, soll um eine mittlere, einstellige Prozentzahl steigen.
Baumärkte legen zu
Im größten Teilkonzern der Gruppe, der Hornbach Baumarkt AG, stieg der Nettoumsatz im ersten Halbjahr um 4,2 Prozent auf 1,93 Milliarden Euro. Die flächen- und währungskursbereinigten Umsätze in den Baumärkten erhöhten sich in diesem Zeitraum um 1,3 Prozent. In Deutschland verbesserten sich die flächenbereinigten Umsätze um 0,6 Prozent, im übrigen Europa betrug der Anstieg sogar 2,3 Prozent. Der Auslandsanteil am Umsatz des Teilkonzerns Hornbach Baumarkt AG lag zuletzt bei 42,3 Prozent. Hornbach betreibt nach drei Baumarkteröffnungen im laufenden Geschäftsjahr zum 31. August 2015 europaweit 149 DIY-Einzelhandelsfilialen, davon 99 in Deutschland.
"Uns spielt in die Karten, dass wir unser Geschäftsmodell immer stärker digitalisieren und das klassische stationäre Geschäft mit dem Onlinehandel kombinieren", ist Hornbach überzeugt. "Kaum ein anderes Unternehmen der deutschen Do-It-Yourself-Branche steckt mit einer solchen Konsequenz so viel Geld in die Verbindung von Old und New Economy." In den vergangenen sechs Jahren habe Hornbach 100 Millionen Euro in die digitale Zukunft investiert, im laufenden Geschäftsjahr sollen es noch einmal 50 Millionen Euro werden.
Angaben zu Umsatz, E-Commerce-Anteil oder Steigerungsrate macht Hornbach grundsätzlich nicht. Letztere sei aber "schon gut", so der Vorstandsvorsitzende. "Wir wollen online und offline nicht trennen, denn ein einzelner Kauf hängt heute oft an allen Kanälen."
Nahversorgung mit Hornbach Kompakt
Hornbach testet zudem das Konzept der Kompakt-Märkte, inzwischen an drei Standorten. Während ein durchschnittlicher Hornbach-Baumarkt 11.600 Quadratmeter groß ist, beträgt die Verkaufsfläche der Nahversorgungsmärkte gerade einmal 800 Quadratmeter. "Die Marktidee geht Hand in Hand mit dem Internet, denn wir können natürlich nicht alle Artikel in der Filiale vorhalten", so Hornbach. Auch in den "normal" großen Baumärkten spielten Webshop und Multichannel eine immer größere Rolle: "Wir haben inzwischen mehr als 100.000 Artikel online, das ist auch mehr als ein stationärer Markt präsentieren kann. Somit können wir problemlos unser Sortiment erweitern."
Unterdessen schreiten auch die Vorbereitungen für den Rechtsformwechsel voran: Die Aktionäre der Gesellschaft haben beschlossen, dass die Hornbach Holding AG in die Rechtsform einer Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA) umgewandelt wird. Nach dem Rechtsformwechsel wird die Gesellschaft die Firma Hornbach Holding AG & Co. KGaA führen. An der Börse werde es mit stimmberechtigten Stammaktien der KGaA künftig nur noch eine Aktiengattung geben. Die Eintragung des Formwechsels in das Handelsregister und die darauf folgende Börsennotierung der KGaA-Stammaktien ist für Oktober 2015 geplant. Dem Konzern will so zu mehr Gewicht an der Börse gelangen, ohne die Vormachtstellung der Eigentümerfamilie Hornbach zu gefährden.
Redakteurin
Sybille Roemer kennt als Redakteurin der afz – allgemeine fleischer zeitung die Herausforderungen der Digitalisierung in Metzgerei und Einzelhandel. Der Autorin der Fachbücher "Praxisführer E-Commerce" und "Erfolgsfaktor Online-Handel" und Dozentin an der Philipps-Universität Marburg ist wichtig, stets die Kundenperspektive im Blick zu haben: Digitalisierung sollte kein Selbstzweck sein, sondern Vorteile für alle Beteiligten bringen.
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