
Hugo Boss verdient so gut wie nie
Seit der Modeanbieter Hugo Boss den Vertrieb über eigene Läden forciert, läuft das Geschäft - 2012 besonders gut. Die weitere Strategie des Modekonzerns dürfte dem klassischen Einzelhandel nicht gefallen.
David WöllensteinRedakteurKrise? Welche Krise?
2012 hatte das Unternehmen ungeachtet der Wirtschaftskrise das bislang beste Geschäftsjahr seiner Firmengeschichte. Der Umsatz stieg um 14 Prozent auf 2,3 Milliarden Euro. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) verbesserte sich um 13 Prozent auf 529 Millionen Euro.
Der Konzerngewinn stieg um 8 Prozent auf 307 Millionen Euro. Wie in den Vorjahren schüttet Hugo Boss einen Großteil seines Gewinns an die Aktionäre aus. Für 2012 sollen sie eine um acht Prozent höhere Dividende von 3,12 Euro je Aktie erhalten. Zugute kommt das vor allem dem Finanzinvestor Permira, der etwa zwei Drittel der Hugo Boss-Aktien besitzt.
Eigene Läden - höhere Preise
Besonders lukrativ ist für Hugo Boss der Handel über die eigenen Läden. "Wir stellen fest, dass wir Produkte im eigenen Einzelhandel im Durchschnitt zu höheren Preisen verkaufen können", sagte Lahrs. Im laufenden Jahr sollen 50 neue Standorte entstehen. Nicht eingerechnet ist bei dieser Zahl die geplante Übernahme von Verkaufsflächen der Handelspartner.
Ende 2012 kam Hugo Boss auf 840 Läden. Im vergangenen Jahr machte das Unternehmen erstmals mehr Umsatz mit den eigenen Filialen als über den Großhandel. Auch für das laufende Jahr ist für diesen Vertriebskanal ein zweistelliges Umsatzplus geplant. Eine größere Rolle soll dabei der Online-Handel spielen.

Redakteur
David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.
Alle Beiträge