
ifo-Institut sagt schlechte Zeiten voraus
Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft sei so miserabel wie seit über einem Jahrzehnt nicht mehr, "und ab dem Frühjahr wird es zunehmend schwieriger", sagen die Auguren vom ifo-Institut.
David WöllensteinRedakteurSchlechter, als die Volkswirte vorhergesagt hatten
Der Rückgang fiel deutlicher aus als von vielen Volkswirten erwartet. Diese hatten im Durchschnitt nur mit einem Absinken auf 89 Punkte gerechnet. Der ifo-Index gilt als wichtigstes Stimmungsbarometer für die deutsche Wirtschaft. Er basiert auf der monatlichen Befragung von rund 7.000 Unternehmen.
Die Unternehmen beurteilten im November sowohl ihre momentane Geschäftslage als auch ihre Aussichten für das kommende halbe Jahr erheblich skeptischer. So gab der Index für die Beurteilung der aktuellen Geschäftslage von 99,9 auf 94,8 Punkte nach, der für die Geschäftserwartungen verschlechterte sich von 81,4
auf 77,6 Punkte.
Miese Stimmung auch im Einzelhandel
Auch im Einzelhandel und im Großhandel verschlechterte sich die Stimmung.
"Es überwiegt bei den Firmen die Tendenz zum Personalabbau", sagte Abberger. Die Lage sei zwar noch nicht dramatisch, da bei den meisten Unternehmen wegen der guten Auftragslage der vergangenen Monate viele Überstunden angefallen seien, die nun abgebaut werden könnten.
Von Anfang nächsten Jahres an werde es in vielen Fällen aber eng. Abberger: "Wir rechnen damit, dass wir zu Beginn nächsten Jahres die ungünstige Entwicklung am Arbeitsmarkt sehen werden."
Die Investitionsstimmung in den Unternehmen sei wegen der schwachen Nachfrage gedämpft. Eine Rolle spiele hier auch die Finanzkrise, die Kredite verteuert habe. "Wir haben Hinweise darauf, dass die Unternehmen schwieriger an Kredite kommen. Eine Kreditklemme gibt es aber nicht", betonte Abberger.

Redakteur
David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.
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