
"Immer weniger Kinder bekommen immer mehr Spielzeug"
Die geringen Geburtenraten in Deutschland spürt auch der Einzelhandel. Das Geschäft mit Kinder- und Babybekleidung stagniert. Spielwarenhändler registrieren jedoch einen gegenläufigen Trend.
Thomas RehmRedakteurEs hinterlasse Spuren, dass es in Deutschland nur 1,36 Geburten pro Frau gebe, sagte Jürgen Horst Dörfler von der "Kind + Jugend". Im "kinderärmsten Land Europas" mache der Nachwuchs noch 16,5 Prozent der Bevölkerung aus, Tendenz weiter sinkend.
Mehr für Spielwaren ausgegeben
Bei den Spielwaren lief das Geschäft im Jahr 2010 dennoch gut. Der Umsatzzuwachs betrug vier Prozent auf 320 Millionen Euro, sagte Willy Fischel vom Bundesverband des Spielwaren-Einzelhandels (BVS).
"Immer weniger Kinder bekommen immer mehr Spielzeug", bilanzierte der BVS-Chef. Für Kinder unter drei Jahren gaben die Deutschen 2010 durchschnittlich 159 Euro im Jahr aus - vor sechs Jahren waren es 101 Euro.
Für 2011 wird ein Umsatzplus von drei Prozent auf 330 Millionen Euro bei den Spielwaren für die Kleinsten erwartet, sagte Fischel. Aktuellen Verkaufsschlager seien Spielzeuge mit pädagogischem Mehrwert sowie Bewegungsspielzeug. Auch das Outdoor-Segment mit Kipperautos zum Schieben oder Fahrzeuge zum Selberfahren wachse weiter.
Eltern legten viel Wert auf Sicherheit - auch bei Möbeln, Kinderwagen oder Autositzen. Als Neuheit wird auf der Messe etwa ein Videoüberwachungssystem für Babys gezeigt. Zu der fünftägigen Veranstaltung kommen rund 930 Aussteller - das ist neuer Rekord.
dpa, mar

Redakteur
Thomas Rehm ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Der erfahrene Fachjournalist schrieb zuvor viele Jahre für Titel der dfv Mediengruppe, darunter das Konsumgüter- und Verpackungsportal packaging-360.com, und begleitet heute die Themen Handel, Konsumgüter und Digitalisierung.
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