Inflation steigt auf niedrigem Niveau

Inflation steigt auf niedrigem Niveau

Auch wenn Sprit und Heizöl im April etwas teurer sind als noch im März: Energie ist noch immer deutlich billiger als vor einem Jahr. Insgesamt können sich Verbraucher weiter über einen schwachen Preisauftrieb freuen.

Björn BöerBjörn BöerChefredakteur
3 Min.· Aktualisiert am
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Gebremst wird der Preisauftrieb weiter von Energieprodukten: Für Kraftstoffe und Haushaltsenergie mussten Verbraucher im April 5,9 Prozent weniger bezahlen als vor einem Jahr. Details zur Preisentwicklung auf Monatssicht gibt die Bundesbehörde erst am 13. Mai bekannt. Daten etwa vom Statistischen Landesamt in Wiesbaden zeigen aber, dass die Kraftstoffpreise binnen Monatsfrist anzogen: Benzin war demnach im April 2,9 Prozent teurer als im März, auch für Diesel mussten Autofahrer etwas (plus 0,6 Prozent) mehr bezahlen als einen Monat zuvor. Nach ADAC-Angaben gehen die Spritpreise schon seit Jahresbeginn deutlich nach oben.

Frisches Obst teuer

Hingegen verteuerten sich Nahrungsmittel auf Jahressicht um 1,1 Prozent - nachdem sie im März noch etwa günstiger (-0,1 Prozent) waren als zwölf Monate zuvor. "Wegen des recht frischen Frühjahrs mussten Verbraucher vor allem für frisches Obst und Gemüse tiefer in die Tasche greifen", erklärte Commerzbank-Ökonom Marco Wagner.

Wohnungsmieten, deren Gewicht im Verbraucherpreisindex gut ein Fünftel beträgt, lagen im April wie schon in den Vormonaten 1,3 Prozent über dem Niveau des jeweiligen Vorjahresmonats.

Noch im Januar war die Teuerungsrate erstmals seit 2009 wieder ins Minus gerutscht. Seither hat der Preisauftrieb zwar drei Monate in Folge jeweils leicht zugelegt: Trotzdem ist die Inflation immer noch weit entfernt vom Zielwert der Europäische Zentralbank (EZB). Die Notenbank strebt eine Jahresrate von knapp unter 2,0 Prozent an und versucht dies mit Hilfe von Nullzinsen und einer billionenschweren Geldflut zu erreichen.

Inflationsrate wird vermutlich steigen

Ökonomen sind allerdings überzeugt, dass die Inflationsrate in Deutschland weiter steigen wird. Dafür sprächen etwa der robuste Arbeitsmarkt und die guten Konjunkturaussichten, sagte Christian Schulz vom Bankhaus Berenberg. Commerzbank-Experte Wagner rechnet damit, dass die Energiepreise ab der Jahresmitte stärker steigen dürften: "Zudem werden die unter anderem wegen des Mindestlohns stärker zulegenden Arbeitskosten auch den unterliegenden Preisdruck verstärken."

Nach Schätzungen des Instituts wird die Inflationsrate zum Jahresende wieder bei rund 2 Prozent liegen: "Für das Gesamtjahr 2015 rechnen wir mit einer Inflationsrate von 0,5 Prozent."

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Björn Böer
Geschrieben vonBjörn Böer

Chefredakteur

Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.

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