
Investments in Handelsimmobilien steigen deutlich an
Die Flächen im Handel wachsen, die entsprechenden Investitionen explodierten 2015 geradezu. Allerdings gibt es erhebliche Unterschiede bei den Standortlagen.
Thomas RehmRedakteurDemografische Entwicklung als Bedrohung
Doch die Unternehmen drängen vor allem in die Metropolen - weniger in kleinere und mittlere Städte. Dort dünnt nicht nur der Handel aus, sondern auch die Einwohnerzahlen gehen zurück. Für Genth ist die demografische Entwicklung daher ein längerfristiges Risiko für den Markt mit Handelsimmobilien. "Wo kein Kunde ist, kann auch kein Handel betrieben werden. In einigen Regionen leiden die Händler schon heute unter schrumpfenden Bevölkerungszahlen", sagte der HDE-Hauptgeschäftsführer.
Laut Genth werde die Schere zwischen den unterschiedlichen Standortlagen immer weiter auseinandergehen. Top-Lagen verzeichneten einen weiteren Bedeutungszuwachs, während ländliche Regionen perspektivisch eher verlieren würden. Der wachsende Onlinehandel bringe viele innenstädtische Händler durch sinkende Kundenfrequenzen unter Druck. "Bis 2020 könnten in Deutschland 50.000 stationäre Geschäfte vom Markt verschwinden", lautet die altbekannte düstere Prognose von Genth.
Gleichzeitig gebe es aber auch gegenläufige Trends: So eröffneten immer mehr Hersteller eigene Geschäfte und ursprünglich reine Onlinehändler drängten zunehmend in den stationären Bereich. Der wachsende E-Commerce und der Multichannel-Handel erhöhen zusätzlich den Bedarf an Lager- und Logistikflächen für die Branche. So wurde das außergewöhnlich hohe Transaktionsvolumen des Jahres 2014 in diesem Immobiliensegment im vergangenen Jahr 2015 noch übertroffen.

Redakteur
Thomas Rehm ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Der erfahrene Fachjournalist schrieb zuvor viele Jahre für Titel der dfv Mediengruppe, darunter das Konsumgüter- und Verpackungsportal packaging-360.com, und begleitet heute die Themen Handel, Konsumgüter und Digitalisierung.
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