K-Town in Göttingen: Standard als peppig verkauft

K-Town in Göttingen: Standard als peppig verkauft

2 Min.Aktualisiert am
Teilen

Gar nicht so übel - für eine Mittelstadt ohne aufregende Einzelhandelskonkurrenz. In einer Großstadt würden aber Regale aus verlöteten Wasserrohren nicht weiter auffallen, findet Tester Waldemar Toporowski.

K-Town wurde in Göttingen genau vor einem Jahr als Testfiliale mit dem Ziel eröffnet, solche Häuser mit junger Mode auch in anderen Städten anzubieten. Davon konnte lange keine Rede sein. Gut, ein so schönes Objekt in einer Innenstadt wie die ehemalige Göttinger Markthalle wird man selten auch anderswo finden. Ich glaube aber, dass K-Town in Städten mit einer attraktiveren Einzelhandelsstruktur als Göttingen Probleme hätte. Modehäuser mit Trendmarken wie G-Star, Mavi oder Pepe findet man an vielen Orten. In Köln etwa würde so ein Laden untergehen, denn für eine Großstadt ist die Warenpräsentation in Regalen aus verlöteten Wasserrohren nicht aufregend genug, und die Sortimentstiefe ist eher gering.

Atmosphäre zum Wohlfühlen

Der Standort Göttingen lebt eindeutig von der Architektur der Markthalle. Hier muss Karstadt aber mehr daraus machen, um K-Town als innovatives Angebot zu verkaufen. Warum nicht mit einer kleinen Bar, um die Aufenthaltsdauer der Kunden zu erhöhen? Diese ließe sich mühelos in eine Galerie einbauen, in der derzeit Ware präsentiert wird. Diese Ware ist gegenwärtig für Kunden unerreichbar, da sie in drei Metern Höhe ausgestellt wird.

Immerhin strahlt K-Town eine Atmosphäre aus, in der sich der Kunde wohlfühlen kann. Die zum jungen Zielpublikum passende Musik ist nicht zu laut, das Geschäft wirkt aufgeräumt, die Preiskommunikation ist zurückhaltend, sodass Konsumenten das Gefühl bekommen, etwas Exklusives zu kaufen.

Beim genauen Hinsehen ist K-Town jedoch im Kern nur der Versuch, einen Modestandard etwas peppiger zu verkaufen. Das kann in Göttingen, einer mittelgroßen Universitätsstadt mit jungem Publikum oder in vergleichbaren Städten funktionieren. In Großstädten mit differenzierten Angebotsstrukturen ist die Gefahr groß, dass K-Town als austauschbar wahrgenommen wird.

Zur Person: Waldemar Toporowski ist Professor für Handelsbetriebslehre an der Uni Göttingen.

München, Bahnhofplatz: Der Energiefresser

Düsseldorf, Schadowstraße: Wie eine Messehalle


Zurück zur Einleitung

Aufgezeichnet von Steffen Gerth
Teilen

Alles, was heute zählt — jeden Morgen in Ihrem Postfach.

Das Morning Briefing kuratiert die wichtigsten News aus E-Commerce und Handel. Kompakt, einordnend, werktäglich ab 7 Uhr.

10.800+ Entscheider lesen das Morning Briefing · ≈ 50 % Öffnungsrate

  • Werktäglich ab 7 Uhr
  • Jederzeit abbestellbar

Mit der Anmeldung stimmen Sie unserer Datenschutzerklärung zu. Abmeldung jederzeit möglich.