
Karstadt-Chefin Sjöstedt will Stammkunden aktivieren
Lokaler, basisorientierter, individueller: So sollen die Karstadthäuser künftig ausgerichtet sein, verspricht die neue Chefin Eva-Lotta Sjöstedt. Und eine Fusion mit Kaufhof sei nicht geplant.
Björn BöerChefredakteurMehr Mitsprache für Mitarbeiter
Außerdem sollen die Mitarbeiter vor Ort mehr Mitsprache erhalten, um das Angebot stärker auf die lokalen Bedürfnisse auszurichten. "Einige Filialen haben beispielsweise die Funktion eines Nahversorgers, während andere mehr von Kunden aus dem Umland besucht werden. Die Sortimente müssen sich also unterscheiden", sagte Sjöstedt.
Spielraum für Investitionen, etwa in die Renovierung von einzelnen Warenhäusern, gibt es allerdings kaum. "Wir werden weiter auf die Kosten schauen, bei vielen kleinen und bei großen Dingen", sagte die Schwedin, die zuvor Managerin beim Möbelhaus Ikea war.
Die Chefin ist optimistisch
Möglichkeiten für rasche Verbesserungen sieht Sjöstedt beim Sortiment in den Filialen, Online sowie in der Werbung und der Warenversorgung. Trotz der großen Herausforderungen zeigte sich die Karstadt-Chefin zuversichtlich, die Schwierigkeiten meistern zu könne. "Ich würde nicht hier anfangen, wenn ich nicht daran glauben würde, dass wir alle zusammen es schaffen können."
Wie groß die Herausforderungen sind, die die Schwedin bewältigen muss, zeigten die jüngst im Bundesanzeiger veröffentlichten Zahlen der Karstadt Warenhaus GmbH zum Geschäftsjahr 2011/2012. Da vervielfachte sich der Verlust wegen teurerer Abfindungsprogramme gegenüber dem Vorjahr von 21 auf 158 Millionen Euro. Doch auch im operativen Geschäft vor Steuern fiel ein Verlust von 30 Millionen Euro an, nach einem Gewinn von 16 Millionen Euro im Vorjahr.

Chefredakteur
Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.
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