Karstadt: Die Kosten der Pleite

Karstadt: Die Kosten der Pleite

Die Karstadt-Insolvenz wird die deutschen Steuerzahler laut einem Medienbericht rund 650 Millionen Euro kosten. Bis zu 1.000 Gläubiger werden an diesem Montag in Essen erwartet.

David WöllensteinDavid WöllensteinRedakteur
2 Min.· Aktualisiert am
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Demnach summieren sich die Kosten der Karstadt-Pleite für den deutschen Staat auf rund 650 Millionen Euro. Ein Sprecher des Insolvenzverwalters bestätigte am Samstag auf Anfrage die Zahlen.

Insgesamt geht Görg im Insolvenzplan von einem Forderungsvolumen aller Gläubiger von rund zwei Milliarden Euro aus. Demzufolge gehen den Finanzbehörden, der Bundesagentur für Arbeit und den Sozialkassen insgesamt mehr als 650 Millionen Euro verloren. Rund 500 Millionen Euro entfallen dabei auf die Steuerverwaltung.

Behörden gehen praktisch leer aus

Auf 108 und 78 Millionen Euro belaufen sich die Ansprüche der Arbeitsagentur und Sozialkassen aus Insolvenzgeldzahlungen an Karstadt-Mitarbeiter. Die Insolvenzquote würde im Fall einer Zerschlagung bei nur einem Prozent liegen. Bei einer geplanten Rückzahlungsquote von drei Prozent sind demnach lediglich Rückzahlungen von rund 21 Millionen Euro an die Behörden zu erwarten.

In 13 Häusern, die geschlossen wurden, gab es bisher rund 900 Entlassungen. In der Hauptverwaltung sollen bis September 125 Vollzeitstellen abgebaut werden. Dadurch würden die Personalkosten in der Hauptverwaltung von 95,2 auf 86,5 Millionen Euro sinken, heißt es in den Präsentationsunterlagen.

Gläubiger treffen sich in Essen

Die Karstadt-Gläubiger sollen an diesem Montag in Essen grünes Licht für einen Verkauf der insolventen Warenhauskette geben. Nach dem Konzept von Görg soll die Warenhauskette mit 120 Filialen und 26.000 Beschäftigten nur als Ganzes verkauft werden.

Von den rund 35.000 Karstadt-Gläubigern, die zusammen rund 2,7 Milliarden Euro an Forderungen angemeldet haben, dürften nach Einschätzung von Beobachtern in Essen nur etwa 800 bis 1.000 tatsächlich erscheinen.

Viel Geld haben die einzelnen Gläubiger dabei ohnehin nicht zu erwarten. Der Insolvenzverwalter rechnet damit, dass zunächst nur rund drei Prozent der Forderungen erfüllt werden können.

Da nach seiner Einschätzung das Gericht nur Forderungen in Höhe von rund 2 Milliarden Euro anerkennen wird, hat er dafür rund 60 Millionen Euro zurückgestellt. Auf weitere Zahlungen können die Gläubiger vor allem aus den Erlösen eines Verkaufs der Warenhauskette hoffen.

Verhandlungen mit mehreren Interessenten laufen.
Die Chancen für den angestrebten Verkauf der Kette als Ganzes werden von Beobachtern allerdings kritisch gesehen. Falls dies bis zum Monatsende nicht gelingt, droht eine Zerschlagung der Warenhauskette.

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David Wöllenstein
Geschrieben vonDavid Wöllenstein

Redakteur

David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.

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