
Karstadt eröffnet nach 30 Jahren wieder eine Filiale
Die Zahlen werden besser, die Zentrale bleibt, wo sie seit Jahrzehnten war - und nun expandiert Karstadt sogar. In Berlin will das Warenhausunternehmen eine Filiale eröffnen, abgestimmt auf ein modernes Handelsquartier im Bezirk Tegel.
Steffen GerthRedakteur Der Handel und etailmentKleiner und lokaler
Der neue Karstadt in der Gorkistraße ist eine etwas andere Betriebsform für Warenhäuser. Die Filiale hat nur noch 8.800 Quadratmeter Verkaufsfläche auf vier Etagen und wird als lokaler Marktplatz konzipiert. Karstadt hat mit HGHI einen Mietvertrag mit langer Laufzeit abgeschlossen, hieß es weiter.
"Wir werden mit unserer neuen Filiale in Tegel den Standard für ein neues Einkaufen schaffen", sagt Karstadt-Chef Fanderl. Natürlich werde sein Unternehmen weiterhin auf die Kosten schauen. "Aber wir beginnen jetzt auch, erstmals in vielen Jahrzehnten Karstadt-Geschichte, offensiv nach vorne zu arbeiten. Mit der vollständigen Neueröffnung eines Warenhauses, des ersten in über 30 Jahren, betreten wir einen neuen Abschnitt in der Karstadt- und Einzelhandelsgeschichte in Deutschland", so Fanderl weiter. Lokalität sei eine der Stärken von Karstadt. Diese Stärke werde das Unternehmen auch in Tegel mit Orientierung an der lokalen Kundschaft und in Abstimmung des Angebotes auf die weiteren Anbieter im Objekt nutzen.
Das Tegel-Center, Baujahr 1972, und die 350 Meter lange Fußgängerzone Gorkistraße werden durch die HGHI modernisiert mit dem Ziel, hier ein modernes Einkaufsquartier zu schaffen. Geplant sind 100 Geschäfte auf rund 50.000 Quadratmeter Verkaufsfläche - alles angebunden an das Berliner U- und S-Bahnnetz.
Karstadt hatte zuletzt mitgeteilt, die Erwartungen für das restliche Geschäftsjahr nach oben zu korrigieren.Vergangene Woche wurde bekannt, dass das Traditionsunternehmen seine Zentrale in Essen beibehalten wolle. Mit dem neuen Eigner der Immobilie ist ein neuer, günstigerer Mietvertrag abgeschlossen worden.

Redakteur Der Handel und etailment
Steffen Gerth ist Redakteur bei Der Handel und etailment. Für das Digital-Commerce-Magazin der dfv Mediengruppe schrieb er unter anderem die wöchentliche Kolumne "Die Woche im Handel" mit Analysen zum Strukturwandel im deutschen Einzelhandel.
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