Karstadt nach dem Filialenverkauf: "Die Mieten sind sicher"

Karstadt nach dem Filialenverkauf: "Die Mieten sind sicher"

Auf dem Höhepunkt des Weihnachtsgeschäftes gehen 17 Warenhäuser über den Ladentisch, darunter das KaDeWe. Betreiber Karstadt zeigt sich aber entspannt und verweist auf langfristige Mietverträge.

David WöllensteinDavid WöllensteinRedakteur
3 Min.· Aktualisiert am
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Karstadt sieht den Vermieterwechsel gelassen und verweist in einer Stellungnahme auf langfristige Mietverträge: "Karstadts Mieten wurden während der Akquisition von Karstadt signifikant und nachhaltig auf Marktniveau abgesenkt", erklärte ein Karstadt-Sprecher in Essen auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa. "Diese langfristigen Mietverträge von Karstadt sind von den letzten Immobilienverkäufen nicht berührt", betonte er. Bei Signa selbst hieß es ebenfalls, alle Objekte seien "langfristig an Karstadt vermietet".

Karstadt vor Jobabbau

Der frühere Chef des einstigen Karstadt-Mutterkonzerns Arcandor, Thomas Middelhoff, hatte die Immobilien für einen Milliardenbetrag an Highstreet verkauft. Karstadt rutschte 2009 in die Insolvenz und wurde ein Jahr später von Investor Nicolas Berggruen übernommen. Es wurden Mietsenkungen für die Warenhäuser mit Highstreet vereinbart.

Erst im Juli 2012 hatte der damalige Karstadt-Finanzchef Harald Fraszczak erklärt: "2010 wurden die Mieten der Karstadt Warenhäuser und Sporthäuser dauerhaft auf ein marktübliches Niveau abgesenkt. Da die Mietverträge Laufzeiten von 25 Jahren und mehr haben, steht Karstadt mit seinen inzwischen 86 Warenhäusern, 28 Sporthäusern und drei Premiumhäusern heute vor einer stabilen Immobilien-Situation."

Nach dem Auslaufen des Sanierungstarifvertrages Ende August 2012 kamen auf Karstadt jährliche Mehrkosten von etwa 50 Millionen Euro zu. Die Warenhauskette hatte kurz zuvor im Juli einen tiefgreifenden Konzernumbau angekündigt, der mit dem Abbau von 2.000 Arbeitsplätzen bis 2014 verbunden ist. Karstadt hat etwa 25 000 Beschäftigte.

Signa erweitert Karstadt-Portfolio

Signa hatte bereits 2011 das Münchner Traditionskaufhaus Oberpollinger sowie weitere Karstadt-Immobilien erworben. Vor einem Jahr wollte Signa zudem den Karstadt-Konkurrenten Kaufhof übernehmen, an dem auch Berggruen Interesse zeigte.

Der Kaufhof-Mutterkonzern Metro legte den ursprünglich geplanten, milliardenschweren Verkauf seiner Warenhaustochter Anfang dieses Jahres jedoch auf Eis. Damals wurde als Hintergrund die schwierige Lage an den Finanzmärkten genannt.

Signa bezeichnete den jüngsten Kauf von 17 Warenhaus-Immobilien als „weiteren Meilenstein in der Unternehmensgeschichte". Über den neuesten Erwerb und die mittelfristige europäische Wachstumsstrategie will sich Signa im kommenden Jahr näher äußern. Das Unternehmen ist größter privater Eigentümer von Immobilien in der Wiener Innenstadt. 

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David Wöllenstein
Geschrieben vonDavid Wöllenstein

Redakteur

David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.

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