
Karstadt will auf Verdi zugehen
Im Streit um die Tarifbindung gehen der Warenhauskonzern und die Gewerkschaft Verdi aufeinander zu. Eine Pause von der "Tarifpause" steht in Rede. Die Umsätze liegen laut Medienberichten unter Plan.
Thomas RehmRedakteurFrust an der Basis
An der Basis dürfte diese Nachricht mit Freude aufgenommen werden, denn "die Tarifbindung ist bei uns Thema Nummer eins", sagte unlängst Martina Würthwein-Hartmann, Betriebsratsvorsitzende von Karstadt im Rhein-Neckar-Zentrum Viernheim, zu derhandel.de. Die Arbeitnehmervertreterin beklagt die Personalknappheit, aufgrund derer die Kunden ihrer Meinung nach nur noch mangelhaft bedient werden könnten.
Ähnlich sieht es Norbert Sachs, Betriebsratsvorsitzender von Karstadt auf der Frankfurter Zeil. Vom Stellenabbau im Warenhauskonzern sei diese Filiale überdurchschnittlich hart betroffen gewesen - mit 115 Mitarbeitern habe das Haus innerhalb von drei Monaten ein Viertel der Belegschaft verloren, so der Arbeitnehmervertreter gegenüber derhandel.de. 60 dieser Jobs seien Vollzeitstellen gewesen. "Heute sind in dem Haus noch rund 300 Mitarbeiter beschäftigt", so Sachs.
Sachs glaubt freilich nicht an eine "Tarifpause", sondern befürchtet eher, dass Karstadt generell keine tarifliche Bindung mehr anstrebe.
Verkäufe unter Plan?
Laut "Spiegel"-Informationen liegen die Verkäufe derzeit 8,4 Prozent hinter der Planung und 6,9 Prozent hinter dem Vorjahr. Insgesamt fehle dem Unternehmen für das im September endende Geschäftsjahr rund 200 Millionen an Umsatz, womit der Gesamtumsatz deutlich unter die Drei-Milliarden-Euro-Grenze fallen dürfte, so das Nachrichtenmagazin.
Einen Nachfolger für den scheidenden Vorstandschef Andrew Jennings konnte das Unternehmen noch immer nicht öffentlich bekanntgeben. Im Juni 2013 wurde bekannt, dass Jennings seinen Ende des Jahres auslaufenden Vertrag nicht verlängern wird. Über die Hintergründe der Demission wird spekuliert.
dpa, DH

Redakteur
Thomas Rehm ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Der erfahrene Fachjournalist schrieb zuvor viele Jahre für Titel der dfv Mediengruppe, darunter das Konsumgüter- und Verpackungsportal packaging-360.com, und begleitet heute die Themen Handel, Konsumgüter und Digitalisierung.
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