
Kaufen ohne auszusuchen
Das so genannte Curated Shopping steckt noch in den Kinderschuhen. Allerdings findet jeder vierte Onlinekunde das Angebot, sich Outfits von einem Einkaufsberater zusammenzustellen zu lassen, interessant.
Die Mehrheit der Internetnutzer steht diesem Service gleichwohl skeptisch gegenüber: Drei von vier Befragten können sich auch in Zukunft nicht vorstellen, Curated-Shopping-Angebote zu nutzen. "Händler können Curated Shopping sowohl zur Kundenbindung nutzen als auch, um Warenkörbe zu erhöhen", ist Eva Stüber, Leiterin Research & Consulting beim ECC Köln, überzeugt. "Es gilt jedoch zunächst, die Vorteile für Kunden zu kommunizieren, um so mehr Onlineshopper für diesen Service zu begeistern."
Zeitersparnis und Überraschung
Konsumenten, die dieses Angebot bereits genutzt haben oder es interessant finden, sehen demnach aber deutliche Vorteile: Gut die Hälfte der Konsumenten gab an, dass sie auf diese Weise Neues ausprobieren können, für vier von zehn Befragten ist die Zeitersparnis ein Pluspunkt. Aber auch Beratungsaspekte (29,3 Prozent) oder der Überraschungseffekt (27,7 Prozent) sind für die Nutzer relevant.
Umgesetzt werden solche Curated Shopping-Angebote derzeit vor allem in der Modebranche. In Deutschland bekannte Onlineanbieter sind unter anderem Modomoto, Outfittery, Kisura oder Zalon von Zalando. Erste Angebote gibt es aber auch in der Wohn- oder Schmuck-Branche.
Redakteurin
Sybille Roemer kennt als Redakteurin der afz – allgemeine fleischer zeitung die Herausforderungen der Digitalisierung in Metzgerei und Einzelhandel. Der Autorin der Fachbücher "Praxisführer E-Commerce" und "Erfolgsfaktor Online-Handel" und Dozentin an der Philipps-Universität Marburg ist wichtig, stets die Kundenperspektive im Blick zu haben: Digitalisierung sollte kein Selbstzweck sein, sondern Vorteile für alle Beteiligten bringen.
Alle Beiträge