
Kaufhäuser müssen weiter bangen
Mit dem angekündigten Aus für 19 Filialen der insolventen Warenhauskette Hertie ist die Zukunft der verbleibenden 54 Filialen noch nicht gesichert.
David WöllensteinRedakteurRote Zahlen auch im laufenden Geschäftjahr
Trotz der nun angekündigten Restrukturierungsmaßnahmen werde Hertie auch im laufenden Geschäftsjahr weiter rote Zahlen schreiben, teilte das Unternehmen weiter mit. Diese Verluste könne nur ein neuer Investor tragen. Im vergangenen Jahr hat Hertie nach dpa-Informationen einen Verlust von rund 50 Millionen Euro erwirtschaftet. In Gesprächen mit möglichen Investoren versuche der Insolvenzverwalter derzeit mit Hochdruck, eine Lösung zu finden.
Eine mögliche Einigung werde derzeit jedoch durch die "fehlende Bereitschaft" von Dawnay Day und dessen Gläubigern zur Anpassung der Mieten auf ein marktübliches Niveau erschwert. Auch für dringend notwendige Investitionen in den Warenhäusern fehlten derzeit die Mittel. Von den Mitarbeitern werde das Unternehmen bei Fortführung durch einen Investor ebenfalls einen nicht näher bezifferten Sanierungsbeitrag einfordern, kündigte das Unternehmen an.
Am Dienstag war bekanntgeworden, dass 19 von 73 deutschen Hertie- Filialen voraussichtlich bis Ende März geschlossen werden sollen. Betroffen sind 650 der derzeit noch rund 3400 Mitarbeiter des Unternehmens. Auf Basis von Vollzeit-Stellen seien 520 Arbeitsplätze betroffen, teilte das Unternehmen mit.

Redakteur
David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.
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