Kaufhof-Chef Mandac plädiert für Fusion mit Karstadt

Kaufhof-Chef Mandac plädiert für Fusion mit Karstadt

Für den Kaufhofchef Lovro Mandac steht die deutsche Warenhauslandschaft vor einer großen Veränderung. Das betrifft weniger neue Sortimente in seinem Unternehmen, vielmehr eine Liason mit dem Hauptkonkurrenten.

Steffen GerthSteffen GerthRedakteur Der Handel und etailment
3 Min.· Aktualisiert am
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Trotzdem ist ein Verdacht nicht zu entkräften: Das ist alles nur vorübergehend. Denn von der Kaufhofseite kommen fast wöchentlich immer wieder dieselben Signale: Es geht um die Fusion beider Warenhauskonzerne. "Langfristig ist eine Bereinigung im Warenhausmarkt sicher sinnvoll", sagte letztens Jürgen Kluge, Vorstandsvorsitzender des Hanielkonzerns, zu dem die Kaufhof-Mutter Metro AG gehört.

"Mein Vertrag läuft noch bis 2013"

Jetzt zieht Lovro Mandac nach. "Ich bin davon überzeugt, dass es früher oder später zu einer Konsolidierung des Warenhausmarktes in Europa, nicht nur in Deutschland, kommen wird. Das ist unausweichlich", prognostizierte der Kaufhof-Chef im Gespräch mit der "Welt am Sonntag". Größere Handelsketten würden automatisch eine größere Einkaufsmacht darstellen. Diese Zusammenschlüsse könnten sogar noch in seiner Amtszeit vollzogen werden, hofft er. Das wäre recht bald: "Mein Vertrag läuft noch bis 2013", sagte Mandac.

Der Kaufhofchef glaubt offenbar nicht daran, dass Nicolas Berggruen sich ewig mit seinem neuen Besitz Karstadt beschäftigen wird. "Er selbst hat sich als vorübergehender Hirte bezeichnet. Am Ende wird sich die betriebswirtschaftlich beste Lösung durchsetzen - und dies ist aus unserer Sicht die Deutsche Warenhaus AG als Zwischenschritt zur Konsolidierung der europäischen Warenhauslandschaft. Da kann noch viel passieren."

Sollte Investor Berggruen Karstadt in zwei, drei Jahren als Ganzes oder in Teilen verkaufen, "kann er - wenn er alles richtig macht - einen hohen zwei- oder dreistelligen Millionenbetrag erzielen", prognostizierte Mandac.

Mehr Textilien

Grundsätzlich ist Mandac sicher, dass der Markt und die Kunden über den Erfolg eines Warenhauses entscheiden werden. Das gelte auch für Karstadt. "Wir fühlen uns für den Wettbewerb bestens gerüstet." Derzeit werden bei Kaufhof Sortimentsveränderungen angestrengt. Mandac kündigte an, dass der Textilanteil von 48 auf über 50 Prozent gesteigert werden soll, außerdem sei geplant, mehr Outdoorartikel anzubieten. Der Kunde würde auch Heimtextilien, Gourmet-Lebensmittel und Spielwaren in eine, Warenhaus erwarten.

Was bei der deutlichen Sortimentsbereinigung aussortiert werden soll, wollte der Kaufhofchef noch nicht sagen.

Nicht auszuschließen sind zudem Aufgaben von Standorten. So kündigte Mandac an, dass Mitte Februar die Filiale in Leipzig-Paunsdorf geschlossen wird. "Das kann grundsätzlich sein", antwortete Mandac auf die Frage, ob weitere Schließungen geplant seien. "Wir haben jedes Jahr Mietverträge, die auslaufen. Mehr kann ich dazu nicht sagen."

Mit der wirtschaftlichen Lage von Kaufhof ist der Chef zufrieden. Die Kunden würden in seinen Häusern immer mehr ausgeben. Der Durchschnittsbon steige jedes Jahr um drei bis fünf Prozent. Mit den Umsätzen im Januar 2011 sei er zufrieden. "Wir liegen in etwa auf dem Vorjahresniveau, und das war schon sehr gut", betonte Mandac. Für dieses Jahr sagt er einen Anstieg des Binnenkonsums vorher. "Ich erwarte durch alle Produktgruppen einen erfreulichen Anstieg der Nachfrage."

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Steffen Gerth
Geschrieben vonSteffen Gerth

Redakteur Der Handel und etailment

Steffen Gerth ist Redakteur bei Der Handel und etailment. Für das Digital-Commerce-Magazin der dfv Mediengruppe schrieb er unter anderem die wöchentliche Kolumne "Die Woche im Handel" mit Analysen zum Strukturwandel im deutschen Einzelhandel.

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