Kauflaune steigt weiter

Kauflaune steigt weiter

Der Aufwärtstrend des Konsumklimas setzt sich im Sommer fort: Sowohl die Konjunktur- als auch die Einkommenserwartung legen zu. Und die Anschaffungsneigung steigt sogar deutlich an.

Björn BöerBjörn BöerChefredakteur
3 Min.· Aktualisiert am
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Die aktuelle GfK-Konsumklimastudie prognostiziert nach 3 Punkten im Juli für August einen Wert von 3,5 Punkten. Damit verbessert sich das Konsumklima stärker als im Vormonat. Im längerfristigen Vergleich bleibt es jedoch auf einem recht niedrigen Niveau.

Härtetest für Konsum steht noch bevor

Die Inflation schwindet und den Bürgern bleibt mehr Geld im Portemonnaie. Dies honorieren die Konsumenten mit einer abermals steigenden Einkommenserwartung. Zudem sorgen stabile oder sogar sinkende Preise dafür, dass die Anschaffungsneigung im Juli von allen Indikatoren am stärksten gewinnt.

Neben den günstigen Preisen spielt nach Meinung der Nürnberger Konsumbeobachter auch  eine wichtige Rolle, dass der Arbeitsmarkt bislang noch nicht eingebrochen ist. Allerdings dürfte der Härtetest für das Konsumklima noch bevorstehen, sollten die Arbeitslosenzahlen im Spätherbst wieder stärker steigen.

Verbesserung setzt sich fort

Laut GfK glauben die Verbraucher, dass die steile Talfahrt der Konjunktur zum Stillstand gekommen ist, wenngleich sie die Rezession nicht für überwunden halten. Damit teilen die Verbraucher die Einschätzung mehrerer Konjunkturexperten, die zu einer ähnlichen Wertung kommen.

So geht die Deutsche Bundesbank in ihrem kürzlich veröffentlichten Monatsbericht davon aus, dass der freie Fall der deutschen Wirtschaft vorerst gestoppt ist. Auch der ifo Geschäftsklimaindex stieg im Juli zum vierten Mal in Folge und stützt damit diese These.

Einkommenserwartung wieder im positiven Bereich

Nach einem deutlichen Plus von 6 Punkten im Vormonat gewinnt die Einkommenserwartung im Juli noch einmal gut 5 Zähler hinzu. Aktuell weist der Indikator 1,8 Punkte auf. Damit liegt er zum ersten Mal seit April 2008 wieder im positiven Bereich.

Neben dem Verschwinden der Inflation helfen die Rentenerhöhungen zum 1. Juli und die Entlastungen durch das Konjunkturpaket die Einkommensstimmung zu verbessern, so die GfK. Diese Maßnahmen in Verbindung mit stabilen Preisen stützen die Einkommensaussichten weiter.

Deutliche Zuwächse bei der Anschaffungsneigung

Die Anschaffungsneigung verbessert ihr ohnehin gutes Niveau im Juli dieses Jahres noch einmal spürbar. Mit einem Plus von 10,6 Punkten fällt der Zuwachs sogar zweistellig aus. Aktuell weist der Indikator nun 25,1 Zähler auf. Im Vorjahresvergleich verbessert er sich um gut 51 Punkte.

Vor allem das niedrige Preisniveau ist momentan ein wesentlicher Impuls für die Konsumneigung. Bereits in der Vergangenheit zeigte sich wiederholt ein direkter Zusammenhang zwischen den Preiserwartungen der Verbraucher und ihrer Bereitschaft zu konsumieren.

Förderlich für die Anschaffungsneigung dürfte zudem die Tatsache sein, dass aufgrund des derzeitig niedrigen Zinsniveaus und infolge der Finanzkrise das Sparen nicht sehr hoch im Kurs steht. Dies belegt die rückläufige Sparneigung.

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Björn Böer
Geschrieben vonBjörn Böer

Chefredakteur

Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.

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