Kiloweise illegale Medikamente beschlagnahmt

Kiloweise illegale Medikamente beschlagnahmt

Die Mittelchen versprechen mehr Muskeln, weniger Appetit und wieder Lust auf Sex. Der Internet-Handel mit zweifelhaften oder verbotenen Medikamenten boomt. Gegen diese Händler wurde nun weltweit vorgegangen.

SRSybille RoemerRedakteurin
2 Min.· Aktualisiert am
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Im Rahmen der Aktion seien weltweit Festnahmen durchgeführt und tausende potentiell schädlicher Arzneimittel sichergestellt worden. In Deutschland wurden demnach rund 100 relevante Internetseiten identifiziert, auf denen illegale Arzneimittel zum Verkauf angeboten werden. Die professionelle Aufmachung der Seiten erschwere es dem Kunden, seriöse von unseriösen Angeboten zu unterscheiden, schreibt das BKA.

Die Angebote der unseriösen Anbieter umfassten lebenserhaltende, leistungssteigernde und muskelaufbauende Arzneimittel und sogenannte Lifestyle-Arzneimittel, wie etwa Arzneimittel zur Behandlung erektiler Dysfunktion, Haarwuchsmittel sowie Mittel zur Gewichtsreduktion und Appetitzügler.

Nebenwirkungen ungewiss

Die Medikamente enthielten zum Teil andere Wirkstoffe oder Wirkstoffstärken als angegeben. Einige der angeblich rein pflanzlichen Arzneimittel enthielten nicht deklarierte arzneiliche Wirkstoffe, wie beispielsweise den in der Europäischen Union nicht zugelassenen Wirkstoff Sibutramin. Dieser könne als Nebenwirkung sowohl den Blutdruck als auch die Herzfrequenz erheblich erhöhen.

Zudem könne die Einnahme zu Mundtrockenheit, Kopfschmerzen und Verstopfung führen. Weltweit sind dem BKA zufolge 34 Todesfälle bekannt geworden, die im Zusammenhang mit der Einnahme von Sibutramin stehen.

Operation Pangea III

Während der sogenannten Operation Pangea III führte der deutsche Zoll unter Federführung des Zollkriminalamtes bundesweit im Post- und Kurierdienstverkehr gezielte Intensiv-Kontrollen durch, um illegale Arzneimittel aufzuspüren. Dabei konnten bei den Zollstellen insgesamt 532 Paketsendungen mit rund 30.000 Tabletten sichergestellt werden.

Neben einer erheblichen Anzahl an Potenzmitteln, Dopingsubstanzen wie beispielsweise anabole Steroide und Wachstumshormone und überdosierten Vitaminpräparaten entdeckten die Beamten auch Anti-Depressiva.

Grundsätzlich verzeichnet die Zollverwaltung eine steigende Tendenz im Bereich des illegalen Handels mit Arzneimitteln: Die Zahl der bundesweit durch die Zollfahndung im Jahr 2009 geführten Ermittlungsverfahren stieg im Vergleich zum Vorjahr um 58 Prozent.

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SR
Geschrieben vonSybille Roemer

Redakteurin

Sybille Roemer kennt als Redakteurin der afz – allgemeine fleischer zeitung die Herausforderungen der Digitalisierung in Metzgerei und Einzelhandel. Der Autorin der Fachbücher "Praxisführer E-Commerce" und "Erfolgsfaktor Online-Handel" und Dozentin an der Philipps-Universität Marburg ist wichtig, stets die Kundenperspektive im Blick zu haben: Digitalisierung sollte kein Selbstzweck sein, sondern Vorteile für alle Beteiligten bringen.

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