Kommunen im Osten haben die Nase vorn

Kommunen im Osten haben die Nase vorn

Die Städte und Gemeinden in den neuen Bundesländern treiben den Verwaltungsumbau in vielen Bereichen konsequenter voran als die Kommunen im Westen.

Björn BöerBjörn BöerChefredakteur
2 Min.· Aktualisiert am
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So setzt der Osten beispielsweise stärker auf eine betriebswirtschaftliche Finanzsteuerung. Auch beim Einsatz des Internets für den Bürgerservice hat er knapp die Nase vorn. Zwischen Rostock und Zwickau plant fast jede größere Kommune den Einsatz elektronischer Formulare und Bürgerinformationen. In den alten Bundesländern hingegen konnte sich etwa jede zehnte größere Stadt bisher nicht zu diesem Schritt durchringen. Das ist das Ergebnis einer Studie der Mummert + Partner Unternehmensberatung, für die die 100 größten deutschen Kommunen befragt wurden.

Insgesamt beweist der Osten in mehr als der Hälfte aller getesteten Kategorien mehr Mut zum Wandel. Beispiel betriebswirtschaftliche Kostenkontrolle: Die Städte und Gemeinden im Osten sind beim doppischen Finanzwesen dem Westen einen Schritt voraus. In den neuen Bundesländern plant jede dritte Gemeinde dessen Einführung. Diese moderne Form der Buchhaltung ist in der privaten Wirtschaft gang und gebe. Mit Hilfe der Doppik können die Gemeinden wie ein Unternehmen ihre Kosten verfolgen und die Effizienz beim Ausgeben der Steuergelder messen. Ferner erleichtert das Verfahren das Erstellen einer kompletten Konzernbilanz. Die Koordinierung zwischen Kommunalhaushalt und kommunalen Gesellschaften wird so erst richtig möglich.

Qualitätsmanagement ist in den untersuchten Kommunen im gesamten Bundesgebiet ein Fremdwort. Ganz im Gegenteil zur Privatwirtschaft: Hier ist es selbstverständlich, die Qualität des Leistungsangebotes mit Hilfe von Qualitätsmanagement-Systemen und einer externen Zertifizierung abzusichern. Gerade im Bereich der nicht unmittelbar meßbaren Leistungen sorgt dieses Verfahren für Transparenz und schafft Vertrauen beim Kunden.

Kaum eine deutsche Kommune hat bisher die Notwendigkeit eines bürgerorientierten Qualitätsmanagements erkannt. Lediglich 1% der befragten Städte verfügt über ein entsprechendes System und nur 10% planen dessen Einführung. (KC)


KONTAKT:

Mummert + Partner Unternehmensberatung AG
Jörg Forthmann
Hans-Henny-Jahnn-Weg 29
22085 Hamburg
Tel. 040/227 03-7787
Fax 040/227 03-7961
E-Mail: Joerg.Forthmann@mummert.de
Internet: www.mummert.de"

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Björn Böer
Geschrieben vonBjörn Böer

Chefredakteur

Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.

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