"Konsum auf Pump ist eine tickende Zeitbombe"

"Konsum auf Pump ist eine tickende Zeitbombe"

Hier auf die Schnelle ein neues Auto, dort lockt das moderne Fernsehgerät - ein Kredit machts möglich. Doch immer mehr Verbraucher schaffen es nicht, ihre Raten zu zahlen.

Thomas RehmThomas RehmRedakteur
2 Min.· Aktualisiert am
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Die Zahlungsmoral der Verbraucher lässt nach einer Umfrage unter den 560 Verbandsmitgliedern bereits nach. Jede dritte Inkassofirma gab an, dass private Schuldner schlechter zahlten als vor einem halben Jahr - der höchste Wert der vergangenen Jahre. Nur zehn Prozent der Unternehmen sprechen von einer Verbesserung.

Fernsehgeräte, Autos, Möbel

"Wir sehen, dass sehr viele Verbraucher sich, weil die Zinsen niedrig sind, sagen, ich gebe mein Geld lieber aus, als es zu sparen", sagte Präsident Wolfgang Spitz. Viele leihen sich noch Geld von Banken und Handel dazu. Spitz verwies auf Zahlen der Auskunftei Schufa, nach denen derzeit 17,4 Millionen Ratenkredite laufen - um die Hälfte mehr als vor zehn Jahren.

Eine Studie für den Bankenfachverband hatte ergeben, dass jeder dritte Haushalt inzwischen einen Ratenkredit aufgenommen hat. So werden dann neue Fernseher, Möbel oder Autos gekauft. "Das ist eine ganz gefährliche Sache", sagte Spitz. Todesfälle oder eine Scheidung brächten Schuldner schnell in die Lage, dass sie die Raten nicht mehr begleichen können. Das gelte besonders, wenn der Kunde bei einem Konjunkturabschwung arbeitslos wird.

Schuldenfalle Mobilfunkvertrag

Der Verband geht davon aus, dass fast jeder zehnte Erwachsene nicht mehr in der Lage ist, seinen finanziellen Verpflichtungen nachzukommen - sprich: überschuldet ist. Auch bei unter 25-Jährigen sei eine Quote von zehn Prozent erreicht, weil viele junge Menschen sich mit Mobilfunkverträgen und beim Einkauf im Internet übernähmen. Junge Schuldner stünden im Durchschnitt mit 8.200 Euro in der Kreide.

Dass die Zahl der Verbraucherinsolvenzen in diesem Jahr voraussichtlich um knapp acht Prozent auf 90.000 sinken werde, führt Vizepräsidentin Marion Kemmer auch darauf zurück, dass für nächstes Jahr günstigere Regelungen für das Verfahren geplant sind. Die Zahl werde dann wieder steigen. Durchschnittlich haben insolvente Verbraucher demnach 53.000 Euro Schulden.

Die stabile Wirtschaftslage führt nach der Umfrage in diesem Jahr zu deutlich weniger Unternehmenspleiten. Die Zahl werde auf 26.000 sinken und damit so niedrig sein wie seit 1996 nicht, hieß es. Nächstes Jahr sei eine noch niedrigere Zahl möglich.

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Thomas Rehm
Geschrieben vonThomas Rehm

Redakteur

Thomas Rehm ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Der erfahrene Fachjournalist schrieb zuvor viele Jahre für Titel der dfv Mediengruppe, darunter das Konsumgüter- und Verpackungsportal packaging-360.com, und begleitet heute die Themen Handel, Konsumgüter und Digitalisierung.

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