
Konsumenten interessiert an smarten Geräten
Das Internet ist für die meisten Deutschen inzwischen selbstverständlich. Mit der Vernetzung der Geräte ist es zwar noch nicht so weit her, aber die Konsumenten zeigen durchaus Interesse.
Bildschirme werden immer größer, Musikstreaming immer beliebter
Ausstattungsmerkmale wie die Smart TV-Funktion tragen demzufolge auch dazu bei, dass viele Konsumenten einen neuen Fernseher anschaffen wollen. 19 Prozent gaben an, in den nächsten anderthalb Jahren, also bis Ende 2017, ein neues Gerät kaufen zu wollen. Neben smarten Funktionen sind eine höhere Auflösung (36 Prozent) und besonders ein größerer Bildschirm (47 Prozent) wichtigste Kaufgründe. Sogar die großen Modelle mit mehr als 56 Zoll (138 Zentimeter) erfreuen sich demnach immer größerer Beliebtheit: Während im vergangenen Jahr nur zwölf Prozent in die Klasse mit 139 bis 165 Zentimetern Bilddiagonale (bis 65 Zoll) einsteigen wollten, verdoppelte sich dieser Wert fast auf 22 Prozent in diesem Jahr. Eine Folge des Größenwachstums sei auch ein steigender Durchschnittspreis der TV-Geräte: Lag dieser dem Verband zufolge im vergangenen Jahr noch bei 580 Euro, so sind es aktuell 600 Euro.
Neben klassischen TV-Geräten mögen Konsumenten auch neue Technologien: 15 Prozent gaben in der Umfrage an, über die Anschaffung einer Drohne nachzudenken, 21 Prozent wollen ihr Geld demnächst für sogenannte Wearables, tragbare Mini-Computer wie beispielsweise Fitness-Tracker oder Smart Watches, ausgeben und fast jeder Dritte denkt über den Kauf eines Musik-Streaming-Systems nach, bei dem die Audiodaten über ein Netzwerk übertragen werden. Besonders bei den 16 bis 39 Jährigen ist diese Kategorie sehr beliebt: In dieser Altersgruppe haben 40 Prozent eine
Kaufabsicht.
Vernetzte Gesundheitsgeräte
Auch vernetzte Gesundheitsgeräte, etwa um Blutzucker oder Blutdruck zu messen, sind für viele Menschen interessant: 17 Prozent haben hier der Studie zufolge eine konkrete Kaufabsicht. Mit 21 Prozent liegt dabei wieder die Altersgruppe der 16 bis 39 Jährigen vorn. Bei den über 60-Jährigen haben 14 Prozent eine Kaufabsicht, davon geben 60 Prozent an, dass sie aus gesundheitlichen Gründen regelmäßig Gesundheitsdaten messen müssen.
Die meisten Deutschen sehen die Möglichkeiten, die vernetzte Gesundheitslösungen bieten, positiv: Zwei Drittel bescheinigen chronisch Erkrankten durch solche Lösungen weniger Einschränkungen, 59 Prozent halten es für möglich, dass durch Telemedizin die Kosten im Gesundheitswesen reduziert werden. Aber es gibt auch Befürchtungen: 35 Prozent vermuten, dass der persönliche Kontakt zwischen Arzt und Patient verlorengeht, fast die Hälfte der Befragten befürchten Datenmissbrauch
durch Dritte.
Smart Home und Kochbegeisterung
Dass sich Fremde an den Daten zu schaffen machen, fürchten die Konsumenten unterdessen auch bei der digitalen Vernetzung, dem Smart Home. 61 Prozent der Deutschen haben die Sorge, dass bei einem vernetzten Haus Fremde von außen die Steuerung übernehmen könnten. Gleichwohl stehen Lösungen für das smarte, vernetzte Haus hoch im Kurs. In Deutschland wollen 29 Prozent Alarmsensoren einsetzen, die beispielsweise über geöffnete Türen, Bewegungen oder Rauchentwicklung informieren.
Jeder 5. Befragte denkt über vernetzte Kameras nach, fast ebenso viele über die Fernsteuerung von Heizung, Jalousien, Garagentoren sowie Licht. Informationen vom Kühlschrank über vorhandene Lebensmittel möchten demnach 16 Prozent erhalten, 14 Prozent wollen ihre Waschmaschine per App steuern.
Auch die Küche wird inzwischen immer öfter technologisch aufgerüstet. In 27 Prozent der deutschen Haushalte wird aktuell auf einem Induktionskochfeld gekocht, weitere 20 Prozent planen eine solche Anschaffung. Sehr beliebt sind auch Heißluft-Fritteusen, 21 Prozent wollen hier in den kommenden anderthalb Jahren investieren. 19 Prozent wollen ein Multifunktions-Küchengerät anschaffen, 17 Prozent einen Dampfgarer investieren und 16 Prozent der Deutschen wollen sich einen Smoothie-Maker zulegen, um gesunde Drinks selbst zuzubereiten.
Redakteurin
Sybille Roemer kennt als Redakteurin der afz – allgemeine fleischer zeitung die Herausforderungen der Digitalisierung in Metzgerei und Einzelhandel. Der Autorin der Fachbücher "Praxisführer E-Commerce" und "Erfolgsfaktor Online-Handel" und Dozentin an der Philipps-Universität Marburg ist wichtig, stets die Kundenperspektive im Blick zu haben: Digitalisierung sollte kein Selbstzweck sein, sondern Vorteile für alle Beteiligten bringen.
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