
Langfinger schlagen wieder häufiger zu
Der Warenschwund im Einzelhandel hat einer neuen Studie zufolge ein Rekordniveau erreicht: In Deutschland betragen die Einbußen mehr als fünf Milliarden Euro jährlich.
David WöllensteinRedakteurWeltweit kostete der Warenschwund den Einzelhandel geschätzte 84 Milliarden Euro. Dies entspricht einem Umsatzanteil von 1,4 Prozent (plus 5,9 Prozent zum Vorjahr).
Die Krise als Motiv
Hauptgrund für die Zunahme liegt laut Studie in der weltweiten Wirtschaftskrise. "Ein Drittel des Anstiegs beim Ladendiebstahl führen die befragten Einzelhändler auf die wirtschaftliche Situation zurück", erläutert Professor Joshua Bamfield, Direktor des Centre for Retail Research (Nottigham) und Autor der Studie, die vom Warensicherungsspezialisten Checkpoint Systems in Auftrag gegeben wurde.
Den größten Anteil am Warenschwund hat mit 53,6 Prozent der Schäden der Diebstahl durch Kunden, 25,7 Prozent gehen auf das Konto unehrlicher Mitarbeiter. Den Rest verschulden Lieferanten (5,4 Prozent) sowie interne Fehler (15,3 Prozent).
Weniger Sicherheitsausgaben
Während der Schaden für den deutschen Handel zugenommen hat, waren die Sicherheitsausgaben rückläufig. Betrugen sie 2008 noch 0,29 Prozent des Umsatzes, fielen sie im neuen Berichtsjahr um rund 10 Prozent auf 0,26 Prozent des Umsatzes.
Laut Diebstahlbarometer haben auch in Europa sowie weltweit viele Einzelhändler krisenbedingt ihre Sicherheitsausgaben gekürzt. Die Studie basiert auf Daten einer anonymen Befragung von 1.069 Einzelhändlern in 40 Ländern.

Redakteur
David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.
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