Techniker installiert Edge-AI-Hardware im Backoffice eines modernen Einzelhandelsgeschäfts
© Black Forest Labs / Flux

KI ohne Fallgruben

Die Implementierung von Edge AI ist nicht ohne Fallgruben und Hürden. Marc Del Vecchio von Supermicro beleuchtet sie in seinem Gastbeitrag und zeigt Strategien, wie eine Einführung gelingt.

Marc Del VecchioMarc Del VecchioSolutions Architect bei Supermicro
4 Min.· Aktualisiert am
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Die KI-Technologie verändert die Einzelhandelslandschaft und verspricht verbesserte Kundenerlebnisse, optimierte Abläufe und bessere Geschäftsentscheidungen. Die erfolgreiche Einführung von KI im Einzelhandel erfordert jedoch die Bewältigung einer Reihe von Herausforderungen und eine sorgfältige Planung, um das volle Potenzial der Technologie auszuschöpfen. Da Einzelhändler zunehmend auf KI setzen, sind das Verständnis ihrer technischen Komplexität und die Umsetzung bewährter Verfahren wichtiger denn je.

Die wichtigsten Herausforderungen bei der Einführung von KI
Einzelhändler sehen sich bei der Implementierung von KI mit mehreren weit verbreiteten Hindernissen konfrontiert. Schlechte Datenqualität und -verfügbarkeit sowie Bedenken hinsichtlich Sicherheit und Datenschutz stehen ganz oben auf der Liste der Hindernisse. Investitionen in KI sind oft mit hohen Anfangskosten, Integrationsschwierigkeiten mit bestehenden Systemen und unzureichender Infrastruktur verbunden.

Darüber hinaus dürfen Befürchtungen hinsichtlich der Akzeptanz durch Kunden oder Mitarbeiter sowie der Auswirkungen auf die Umwelt nicht außer Acht gelassen werden. Unternehmenskultur, fehlende Bereitschaft und unrealistische Erwartungen erschweren die Einführung zusätzlich.

Alarmierend ist, dass laut einer Befragung von Entscheidern im Einzelhandel in Nordamerika und Europa („AI in Retail: Leaders Plan for Growth and Infrastructure Readiness“ von Supermicro und NVDIA, 2025) 65 Prozent der Führungskräfte zugeben, bereits gescheiterte KI-Projekte erlebt zu haben, viele davon aufgrund von schlechter Infrastruktur, Datenproblemen oder mangelnder Abstimmung mit den Anbietern.

Kleinere Unternehmen weisen im Vergleich zu größeren Wettbewerbern auf besondere Herausforderungen hin, darunter ein höherer Widerstand der Mitarbeiter gegen die Einführung und Bedenken hinsichtlich unmittelbarer Auswirkungen auf die Umwelt.Die Fallstricke

KI-Projekte scheitern meist dann, wenn die Systemziele unklar sind und die Umsetzung nicht mit den Geschäftszielen übereinstimmt. Unrealistische Erwartungen oder uneinheitliche Einhaltung gesetzlicher Vorschriften können Projekte zum Scheitern bringen, bevor sie einen nennenswerten Mehrwert erzielen.

Darüber hinaus können Anbieter, die nicht auf die spezifischen Anforderungen des Einzelhandels ausgerichtet sind, oder das Versäumnis eines Unternehmens, die Hardwareanforderungen richtig einzuschätzen, zu unnötigen Verzögerungen und Kosten führen.

Beispielsweise stellen viele Einzelhändler erst spät im Entwicklungsprozess fest, dass ihre vorhandene Hardware nicht ausreicht, um die Rechenanforderungen der KI zu erfüllen. Dies führt zu zusätzlichen Kosten oder Schwierigkeiten bei der Skalierung der KI für reale Anwendungen.

Strategien für eine erfolgreiche KI-Integration
Um diese Herausforderungen zu meistern, muss ein strukturierter, vorausschauender Ansatz verfolgt werden:

Frühzeitige Infrastrukturplanung: Unternehmen müssen sicherstellen, dass die Hardwareanforderungen frühzeitig ermittelt werden, um spätere kostspielige Überraschungen zu vermeiden. Ob Sie nun klein mit Edge-Geräten für kompakte Geschäfte beginnen oder auf KI auf Unternehmensebene skalieren – die richtige Dimensionierung der Hardware für den jeweiligen Betrieb ist von entscheidender Bedeutung.

KI-Rechner der Plattform „Nvidia Jetson Orin NX“, auf der modulare, skalierbare Edge-AI-Lösungen von Supermicro für Einzelhändler jeder Art und Größe laufen.

Sichere, skalierbare Lösungen: Priorisieren Sie Rechenzentren oder Cloud-Dienste, die für große Datensätze ausgerüstet sind, sich nahtlos in Edge-Geräte integrieren lassen und relevante Datenschutzbestimmungen wie die in Nordamerika und Europa erfüllen.

Strategische Partnerschaften: Die Zusammenarbeit mit vertrauenswürdigen Integratoren, Anbietern von Softwarelösungen und Hardware-Entwicklern gewährleistet eine starke Unterstützung bei der Implementierung und den Zugang zu modernsten Tools.

Hier sind Fachwissen und spezielle Hardware im Bereich Edge-Computing erforderlich, um KI-Anwendungen erfolgreich am Netzwerkrand einzusetzen und zu betreiben.

Supermicro empfiehlt das folgende sechsstufige KI-Framework für den Einzelhandel als Leitfaden für den Einführungsprozess:

  1. Definieren Sie Schwachstellen in Ihren Geschäftsprozessen und erkunden Sie das Potenzial von KI für ihre Behebung.
  2. Beauftragen Sie externe Experten mit der Entwicklung relevanter KI-Modelle und Algorithmen.
  3. Testen Sie Anwendungsfälle in kontrollierten Umgebungen, bevor Sie sie vollständig implementieren.
  4. Testen Sie die Lösungen und passen Sie sie anhand von Leistungskennzahlen an.
  5. Integrieren Sie KI-Lösungen in Arbeitsabläufe und stellen Sie dabei die Anpassungsfähigkeit der Benutzer sicher.
  6. Überwachen und aktualisieren Sie KI-Systeme regelmäßig, um ihre Effizienz aufrechtzuerhalten.
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Marc Del Vecchio
Geschrieben vonMarc Del Vecchio

Solutions Architect bei Supermicro

Marc Del Vecchio ist Solutions Architect beim KI-Spezialisten Supermicro. Er ist seit mehr als 25 Jahren in der IT-Branche tätig, davon die vergangenen zehn Jahre mit Schwerpunkt auf Künstlicher Intelligenz. Sein Fokus liegt auf der Entwicklung von KI und Computer Vision, insbesondere im Handel und im Sicherheitsbereich.

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