
Lesara expandiert nach Frankreich
Günstige Mode, schnell verkauft: Der Onlinediscounter Lesara eröffnet einen Webshop in Frankreich. Damit ist das Start-up aus Berlin nach gut zwei Jahren in 22 Ländern aktiv.
Hohe Effizienz, niedrige Preise
Das Geschäftsmodell von Lesara ist auf hohe Effizienz und niedrige Preise ausgerichtet und erinnert an eine Online-Mixtur von stationären Textildiscountern wie Primark und Kik oder Fast-Fashion-Händler H&M. Das Unternehmen hat Niederlassungen in Guangzhou und Shenzen (China), um dort Billigware einzukaufen und sie per Luftpost nach Berlin und Staufenberg bei Kassel zu schicken. "Durch datengetriebene Trendanalysen, den direkten Kontakt zu Produzenten in aller Welt und eine optimierte Logistik ist Lesara in der Lage, aktuelle Trendprodukte innerhalb deutlich kürzerer Zeit, in besserer Qualität und zu einem günstigeren Preis als vergleichbare Artikel für jedermann rund um die Uhr zugänglich zu machen", wirbt der Jungunternehmer.
Die Strategie zahlte sich im vergangenen Geschäftsjahr aus: Mit einer Umsatzsteigerung um 500 Prozent auf einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag und einer Steigerung des Kundenstamms um 400 Prozent auf gut 750.000 im Vergleich zu 2014 gehört Lesara eigenen Angaben zufolge zu Europas schnellst wachsenden E-Commerce-Unternehmen. Nach Deutschland, in dem 2015 rund 60 Prozent des Umsatzes generiert wurden, ist Italien der zweitstärkste Wachstumsmarkt für das Berliner Unternehmen. Der Onlinehändlerrichtet sich an Frauen zwischen 25 und 65 Jahren, die 80 Prozent der Kundschaft ausmachen. Das zeigt auch die Namenswahl: Lesara setzt sich aus Lea und Sara zusammen, den beliebtesten Frauennamen Europas.
Lesara-Gründer Roman Kirsch ist Sohn deutsch-kasachischer Einwanderer und gründete 2011 die Shoppingplattform für Möbel und Design Casacanda, die er nach nur einem Jahr für knapp zehn Millionen Euro an das US-Vorbild Fab verkaufte. Im Januar kürte das US-Wirtschaftsmagazin Forbes den Endzwanziger in der Talente-Liste "30 under 30" zu einem von Europas talentiertesten Jungunternehmern.
Redakteurin
Sybille Roemer kennt als Redakteurin der afz – allgemeine fleischer zeitung die Herausforderungen der Digitalisierung in Metzgerei und Einzelhandel. Der Autorin der Fachbücher "Praxisführer E-Commerce" und "Erfolgsfaktor Online-Handel" und Dozentin an der Philipps-Universität Marburg ist wichtig, stets die Kundenperspektive im Blick zu haben: Digitalisierung sollte kein Selbstzweck sein, sondern Vorteile für alle Beteiligten bringen.
Alle Beiträge