
Lidl holt "Pionier" der Ombudsmänner
Lidl verstärkt seine Bemühungen gegen Korruption und Wirtschaftskriminalität. Volker Hoffmann wurde als neuer Ombudsmann gewonnen. Der Jurist soll nicht für allgemeine Beschwerden zuständig sein.
Steffen GerthRedakteur Der Handel und etailmentSchon bei Thyssen-Krupp erfolgreich gearbeitet
Hoffmann gilt als deutscher Pionier unter den Ombudsmännern und hat das Prinzip des Vertrauensanwalts bereits Ende der 1990er Jahre beim Stahlkonzern Thyssen-Krupp eingeführt. In der Folgezeit war Hoffmann bei mehreren deutschen und internationalen Konzernen in gleicher Funktion tätig.
Lidl ist seit Jahren nicht nur wegen der Bespitzelung von Mitarbeitern, sondern auch wegen seiner Haltung zu Arbeitnehmerrechten in der Kritik. "Wenn sich etwa jemand melden würde, um zu erklären, dass die Arbeit des Betriebsrats behindert werde, muss man das sehr ernst nehmen. Denn das kann nach Paragraph 119 Betriebsverfassungsgesetz eine Straftat sein", sagte Hoffmann dem "Handelsblatt".
"Nicht für allgemeine Beschwerden"
Die Online-Ausgabe der "Lebensmittelzeitung" berichtet, dass Lidl vergangene Woche schriftlich sämtlichen Geschäftspartner mitgeteilt habe, dass sich das Unternehmen mit dem Vertrauensmann gegen die wachsende Gefahr von Wirtschaftskriminalität wappnen wolle. "Der Vertrauensanwalt ist nicht Ansprechpartner für allgemeine Beschwerden, Unmutsäußerungen und Querulantentum", teilte der Discounter in dem Schreiben weiter mit.
Bereits Mitte Februar hatte Lidl Bernd Ungerer ebenfalls als Korruptionsbeauftragen eingestellt. Dieser sitzt in der Unternehmenszentrale in Neckarsulm.

Redakteur Der Handel und etailment
Steffen Gerth ist Redakteur bei Der Handel und etailment. Für das Digital-Commerce-Magazin der dfv Mediengruppe schrieb er unter anderem die wöchentliche Kolumne "Die Woche im Handel" mit Analysen zum Strukturwandel im deutschen Einzelhandel.
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