
Logistik: Online-Retailer drängen auf weitere Lagerflächen
Vielleicht sollte man nicht in E-Commerce-Unternehmen investieren, sondern eher in die Services drumherum. Investoren tun das zunehmend, in dem sie auf Payment-Lösungen oder Software-as-a-Service bauen. Auch handfeste Lösungen könnten sich lohnen. Gabelhochhubwagen, Elektroameisen, Lagertechnik. Denn es werden gerade auch angesichts des E-Commerce-Booms mehr und immer größere Logistikzentren benötigt. Bis zu 25 Mio. m² zusätzliche Logistikflächen bennötigt der europäische Handel in den nächst...
Bis zu 25 Mio. m² zusätzliche Logistikflächen bennötigt der europäische Handel in den nächsten fünf Jahren. Das sagen die Immobilienberater von Jones Lang LaSalle. Die Nachfrage würde dabei von der Notwendigkeit getrieben, sowohl den stationären Einzelhandel zu bedienen als auch den zunehmenden Online-Handel mit seinen veränderten Vertriebswegen. Auf rund drei Mio. m² Spezialflächen für E-Fulfillment-Zentren, für Unternehmen also, die ausschließlich mit Online-Handel befasst sind sowie weitere 22 Mio. m² für den darüber hinausgehenden Lagernachschub des Einzelhandels, schätzen die Berater den Bedarf im Report „A new logistics real estate landscape – the impact of multi-channel retail on logistics“.
Megacenter und l0kale Depots gefragt
Schwerpunkt LogistikAlexandra Tornow, Associate Director, EMEA Logistics & Industrial Research bei Jones Lang LaSalle, erwartet, dass die Nachfrage nach neuen Flächen vor keiner Größenordnung halt macht: „Logistikzentren mit über 100.000 m² auf der grünen Wiese, spezialisierte Paketvertriebs-Zentren und kleinere, lokale Auslieferungs-Depots in der Nähe oder innerhalb größerer Städte, u.a. dort sogenannte „Dark Stores” zur Abwicklung von Online-Bestellungen im Lebensmittelhandel sind notwendig, um den Anforderungen durch den Online-Handel gerecht werden zu können.“
Getrieben wird die Nachfrage vor allem von den Online-Anbietern. Blieb der Anteil der Retailbranche am gesamten Logistikflächenumsatz in den letzten Jahren (2009-2012) stabil bei rund einem Drittel, entsprechend 16,5 Mio. m², so hat sich der Anteil der reinen Online-Logistiknachfrage von 2 % auf 7 % im gleichen Zeitraum erhöht und bewegte sich damit insgesamt bei 2,7 Mio. m².
Online-Logistiknachfrage wächst rasant
Angeführt wird der Logistikflächen-Umsatz der Retailbranche von Deutschland. Rund fünf Mio. m² waren es zwischen 2009 und 2012 – nicht zuletzt dank der enormen Flächenabnahme einiger Online-Händler. So sicherte sich beispielsweise Amazon 2011 allein mehr als 400.000 m² Neubauflächen. Zalandos Logistikcenter in Erfurt hat 128.000 m².
Boom-Markt Deutschland
„Insgesamt über 50% des gesamten europäischen E-Commerce-Logistikflächen-Umsatzes der letzten vier Jahre fand in Deutschland statt, das waren mehr als 1,4 Mio. m² Fläche“, so Rainer Koepke, Leiter Industrie Immobilien Jones Lang LaSalle Deutschland. Megacenter hätten dabei europaweit eine immer größere Bedeutung. Gerade dort können Roboter eingesetzt werden, die die Effizienz der Kommissionierung deutlich steigern können.
Für Deutschland erwartet Koepke in den nächsten fünf Jahren einen Flächenumsatz durch Handelsunternehmen von rund 6 Mio. m², wobei ein Viertel davon auf Lagerflächen für E-Commerce-Unternehmen entfallen könnte.
Schon jetzt nimmt Deutschland – gemessen am Bestand der Logistikflächen von rund 50 Mio. m² und einem durchschnittlichen Umsatz von 3,8 Mio. m² zwischen 2009-2012 nach Großbritannien führend in Europa.
Chefredakteur
Olaf Kolbrück, 48, war lange Jahre Reporter Internet und E-Business bei Horizont. Seine Karriere bei Horizont, Fachmagazin für Marketing und Medien, startete er 2000 als Redakteur für Marketing, Web 2.0 und E-Commerce. Daneben gründete er den renommierten Marketing-Blog Off-the-Record.de und zählt zu den profiliertesten Bloggern für digitale Werbung und Marketing. Im Juli 2013 erschien sein Fachbuch "Erfolgsfaktor Online-Marketing - So werben Sie erfolgreich im Netz / E-Mail, Social Media, Mobile & Co. richtig nutzen" (Deutscher Fachverlag, Frankfurt). Anschließend ist von ihm der Kurzgeschichten-Band "Gebete an die Cloud - 5 phantastische digitale Geschichten" erschienen. (Printversion) 2009 gewann er den Innovationspreis des Deutschen Fachverlags. 2011 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des Vereins D64 – Zentrum für digitalen Fortschritt. Zu seiner früheren redaktionellen Tätigkeit zählen Positionen bei der Handelsgruppe Rewe in Köln und bei der Neue-Rhein-Zeitung. Nebenbei schreibt er Krimis. Sie finden den Autor bei Twitter unter dem Namen @OlafKolbrueck oder auch auf Facebook sowie bei Google+. Kolbrück bloggt auch noch hier. Mehr über Olaf Kolbrück als Autor gibt es auf kolbrueck.de.
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