
London calling
Wenn internationale Einzelhändler nach Europa drängen, dann ist die britische Hauptstadt das Einfallstor. Das gilt auch für das gehobene Segment - und sorgt für astronomische Mietpreise.
Thomas RehmRedakteurLondon und Paris - die Städte für Luxus
Auch andere etablierte europäische Städte mit ähnlicher Anziehungskraft wie etwa Paris, Mailand, Rom sowie die führenden deutschen Metropolen profitieren von der Expansionsfreudigkeit internationaler Einzelhändler und konnten trotz der anhaltenden Schwierigkeiten der europäischen Wirtschaft neue Marken anlocken, schreibt JLL.
London ist auch in Europa führend bei Luxusmarken - noch vor Paris. Keine andere Stadt auf dem Kontinent kann hier mithalten. So erzielen Einzelhandelsflächen in der Londoner Bond Street mit jährlich 12.300 Euro pro Quadratmeter denn auch die höchsten Mieten Europas. Der aktuelle Wert entspricht einem Anstieg von über 40 Prozent gegenüber 2012.
Premium und Mainstream expandieren schneller
Im Vergleich zum Vorläufer-Report "Destination Europe 2013" zeigt sich, dass Mainstream- und Premium-Anbieter generell schneller expandieren als die etablierten Luxuslabels. Damit belegen sie auch höhere Plätze im Ranking. H&M steht bei der Einzelhandelsabdeckung nun gemeinsam mit Zara an der Spitze des JLL-Rankings. Beide Marken weisen eine 100-prozentige Abdeckung der 57 wichtigsten europäischen Märkte auf, gefolgt von Mango und The Body Shop.
Angetrieben von expandierenden Premiummarken haben die USA Italien als Land mit der stärksten Einzelhandelspräsenz in Europa überholt. Der expansionsfreudigste der insgesamt 250 untersuchten Einzelhändler ist das amerikanische Unternehmen Michael Kors, gefolgt von Superdry, Cos und 7 For All Mankind.
Standortauswahl wird vorsichtiger gestaltet
Auch viele europäische Einzelhändler haben in den vergangenen beiden Jahren stark expandiert, so zum Beispiel Ecco und Hugo Boss. In Zukunft werden laut JLL verstärkt Marken aus der Region Asien-Pazifik den Weg nach Europa finden.
JLL rechnet mit einer weiteren dynamischen Expansion des Einzelhandels in den wichtigen europäischen Märkten. Die Unternehmen würden allerdings ihre neuen Standorte vorsichtiger auswählen, denn der strukturelle Wandel der Branche führe zu einer Neudefinition des Einzelhandels und der Standorte. Die Folge sei eine enorme Fluktuation der Geschäfte in Europa. In den vergangenen beiden Jahren habe die grobe Regel gegolten, dass auf zwei Neueröffnungen eine Geschäftsschließung kommt.

Redakteur
Thomas Rehm ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Der erfahrene Fachjournalist schrieb zuvor viele Jahre für Titel der dfv Mediengruppe, darunter das Konsumgüter- und Verpackungsportal packaging-360.com, und begleitet heute die Themen Handel, Konsumgüter und Digitalisierung.
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